Über Lilli Green

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Leuchtend gelbes Dome Home als Wahrzeichen für Hoffnung

Der junge Sozialunternehmer Torsten Kremser war bei seinem Besuch an einem Waisenhaus in Kenia so gerührt, dass er gerne etwas machen wollte. Er bekam die Vision um ein einzigartiges Kuppelhaus zu bauen, ein „Dome Home“. Obwohl er sowas noch nie gemacht hatte, fing er einfach mal an. Jetzt hat er es geschafft und berichtet für Lilli Green aus Bangkok, wo er gerade ist.

Hallo Torsten! Wie nennen wir es, Kuppelhaus oder Dome Home?

Gute Frage. Ich hatte bisher im deutschen noch nicht darüber nachdenken müssen. Ich würde aber sagen das wir konsistent bleiben und es Dome Home nennen.

Wie bist du dazu gekommen, in Kenia dieses Dome Home zu bauen?

Ich habe Mama und die Kinder das erste mal in 2012 getroffen. Nachdem Mama mir ihre Geschichte erzählt hatte und Ich die Verhältnisse vor Ort erlebte, habe ich gleich eine Spendenaktion gestartet um ein weiteres temporäres Klassenzimmer zu bauen und den Hühnerstall mit Hühnern zu füllen. Ich war damals nur 7 Tage dort aber wir haben es geschafft sogar noch Duschen und neue Tafeln zu bauen und einen Computer zu kaufen. Seitdem hatte das Korando Educational Center einen platz in meinem Herzen und ich habe immer wieder geholfen wenn ich konnte.

In 2014 starb dann Mamas Ehemann und Schulleiter für die Schule und Dinge gerieten noch mehr aus der Bahn. Ich wollte helfen und habe im Januar 2015 dieses Projekt gestartet. Anfangs hatten wir die Idee, die temporären Schulgebäude durch richtige zu ersetzen. Die Idee änderte sich aber schnell nachdem wir feststellten wie teuer es war eine Schule zu bauen. Wir reden über 15 bis 20 Tausend Euro pro Klassenzimmer.

Das war für uns alleine unmöglich und so dachte ich: die beste Möglichkeit wäre, andere Menschen zum Center zu bringen, die Kinder und Mama kennenlernen und diese in ihr Herz schließen. So wie ich das getan hatte. Je mehr Menschen wir sind, desto einfacher wird es. Und so kam die Idee von einem Freiwilligen Programm, welches wir gleich im Juli 2015 starteten als das Dome Home noch im Bau war.

Die Idee des Dome Homes kam hoch, weil wir Unterkunft für die Freiwilligen brauchten. Ich hatte dann ein Dome Home in Thailand im Internet gesehen und wurde inspiriert. Ich dachte: wenn wir etwas ungewöhnliches bauen, dann können wir viel einfacher Aufmerksamkeit erregen und uns von der Masse absetzen. Gleichzeitig war mir Umweltfreundlichkeit wichtig und so haben wir das einfach alles vereinigt. Das Haus ist jetzt unser Eifelturm. Ein Wahrzeichen für Hoffnung.

Wie bist du vorgegangen, um diese Idee zu realisieren?

Ich bin weder Architekt noch Ingenieur. Also brauchte Ich definitiv Hilfe. Dennoch, wir haben uns hingesetzt und einfach den Grundplan auf ein Papier gemalt mit Bleistift und Zirkel. Mit dem ersten Entwurf bin ich dann zu einem Ingenieur in Kenya gegangen, welcher uns dann das Fundament entworfen hat. Um kosten zu sparen habe Ich aber den kompletten Bau geleitet und den Ingenieur als Freund und Berater gewonnen. Unser Team war sonst komplett aus lokalen Einheimischen aufgestellt. Während wir das Fundament gebaut haben, kam ein Franzose zur Hilfe, welcher mir ein 3D Modell meiner Vision erstellen konnte. Das war super! Zum ersten mal konnte ich anderen zeigen was ich im Kopf hatte.

Grundsätzlich habe ich das Haus in meiner Vorstellung bereits fertig gesehen mit allen Details bevor wir den ersten Stein gelegt hatten. Meine Vision wurde jeden Tag klarer. Es war aber wirklich schwer. Jeden Tag mussten Entscheidungen getroffen und Probleme gelöst werden. Vor allem weil es keinen Bauplan gab. Nur das Fundament war geplant. Das Haus selbst war meine Vision und ein 3D-Model. Alles andere musste erfunden werden. Es hat Spaß gemacht, jeden Tag zu improvisieren und Lösungen zu finden. Ich bin wirklich pingelig und wollte die Dinge so haben wie ich sie mir vorstellte. Mein einheimisches Team dachte: ich weiß was ich tue. In Wirklichkeit wusste nicht einmal ich was ich tue. Am Ende sagten Sie „Er weiß nicht was er tut bevor er es getan hat.“ Und das hat funktioniert. Vom Traum zur Realität.

Was sind die Vorteile eines Dome Homes? Warum ein Dome Home, und nicht einfach ein Haus?

Erstens weil es aus der Masse heraussticht. Das war mein Grundgedanke. Ich wollte etwas, das Aufmerksamkeit für unser Projekt erregt. Wir brauchten Hilfe aus aller Welt und damit man uns erhört, wollte ich einen Leuchtturm bauen. Da ich aber auch sehr um unsere Umwelt besorgt bin, habe ich die Idee gleich mit erneuerbaren Energien verbunden und Umwelteinflüsse so gering wie möglich gehalten. Wir haben so viele Materialien wie möglich wiederverwendet. Ich wollte auch den Einheimischen zeigen, was mit wenig Geld und Kreativität möglich war.

Die riesigen Glasdächer geben ein perfektes Tageslicht und sparen dadurch tagsüber Energie. Die riesigen Fenster in Verbindung mit den Dachfenster-Lüftungen funktionieren wie eine natürliche  Klimaanlage. Heiße Luft steigt aus den Dachlüftungen und kühlere Luft wird durch die Fenster hereingezogen. Wie gut das funktioniert wusste ich natürlich vorher nicht. Es stellte sich heraus: es funktioniert unheimlich viel besser als ich es erträumt hatte! Innen drinnen ist es immer kühl. Um die Mittagszeit wenn die Sonne am höchsten ist, will jeder im Dome Home sein.

Ein weiteres Gimmick ist das Abwasser von Duschen, Waschbecken und Küche direkt in unseren Garten geleitet wird und wir haben bereits riesige Bananen wachsen! Und die selbstgebauten Solar Wasser Heizer welche nichts anderes als ausgerollte Bewässerungsrohre unter einem Glasdach sind, bringen gut 100 Liter kochendes Wasser und halten es warm bis 10 Uhr nachts. Super starke und sparsame 3W LED lichter sind überall im Haus installiert und wenn das Geld da ist, wollen wir eine Solaranlage installieren um komplett unabhängig zu werden.

Wie können Menschen das Projekt unterstützen?

Menschen können unserem Give a Day Angel Program beitreten, welche eine monatliche Spende nach Kenya zum Korando Educational Center gibt. 100% der Spenden kommt den Kindern zu gute. Natürlich können auch einmalige Spenden gemacht werden.

Ab wann können Freiwillige kommen, um im Kuppel-Haus zu wohnen und im Waisenhaus mit zu helfen?

Wir haben ein Freiwilligenprogramm. Wer möchte, kann sich auf unsere Webseite über das Program informieren und sich dort dann auch bewerben. Wir kontaktieren jeden Bewerber persönlich und stellen sicher, das der oder diejenige in unsere wachsende Familie passt.

Was für Projekte hast du sonst noch vor?

Die Better Me Foundation ist jetzt die Erweiterung unseres Projektes. Wir hatten über 40 Freiwillige seit Juli 2015 und was ich immer wieder gesehen habe, ist wie es die Menschen beeinflusst. Das erste mal in Afrika und der Kontakt mit den Kindern hinterlässt einen riesigen Einfluss. Solche Dinge mit eigenen Augen zu sehen verändert einen innerlich positiv. Vor allem Mamas Geschichte. Wie Sie alles gibt um diesen Kindern zu helfen. Es inspiriert jeden für eine bessere Welt zu arbeiten.

Die Better Me Foundation hat genau das Ziel. Wir glauben, um eine bessere Welt zu erschaffen, müssen wir mit uns selbst anfangen. Bessere Menschen erschaffen eine bessere Welt. Wir arbeiten an einem Online Programm um Menschen zu helfen ihr eigenes Leben in Ordnung zu bringen um dann zum Gemeinwohl beitragen zu können. Wenn das eigene Leben nicht in Ordnung ist, kann man anderen nicht helfen.

Ein weiteres Program wird ein Camp, das wir mehrmals jährlich in Kenia halten werden. Quasi 2 Wochen intensiv Self-Development mit Mentoren und Trainern in unserem Dome Home. Wir wollen Menschen helfen um ein glückliches Leben zu leben. Und Glücklich sein kommt vom geben.

Fotos: Torsten Kremser. Das Interview führte Frans Prins für Lilli Green.

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