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Solarstrom direkt verbrauchen / ohne teure Speicher

Strom zu speichern ist aufwändig und teuer. Doch gerade für Strom-Selbstversorger weit ab vom regulären Stromnetz führt oft kein Weg an großen Batterien vorbei. Günstiger wäre es, den Strom gleich dann zu verbrauchen, wenn er anfällt. Möglich wird dies durch ein ausgeklügeltes Energie-Management-System.

Damit Obst, Getreide oder Hülsenfrüchte auch in heißen und trockenen Gebieten wachsen, müssen sie regelmäßig bewässert werden. Das Wasser dafür stammt häufig aus tiefen Brunnen. In Ägypten setzen viele Bauern bislang Dieselgeneratoren ein, um ihr Land zu bewässern. Ein Modellprojekt im oberägyptischen Wadi El Natrun zeigt, dass es auch anders geht. Ein Photovoltaik-Inselsystem sorgt hier für die Bewässerung eines Weizenfelds. Den Strom liefern konzentrierende Photovoltaik-Module (CPV), die wegen ihres höheren Wirkungsgrades und ihrer besonderen Bauweise wesentlich weniger Fläche einnehmen als konventionelle PV-Module: Fresnel-Linsen bündeln die Sonnenstrahlen auf stecknadelkopfgroße Mehrfachsolarzellen. Für eine optimale Ausbeute des Sonnenlichts folgen die beweglich auf einem Standbein befestigten CPV-Zellen dem Sonnenstand mit Hilfe eines Tracking-Motors. Sie liefern zum einen den Strom für eine Tauchpumpe, die das Wasser aus einem rund 35 Meter tiefen Brunnen fördert, für die Bewässerungspumpen sowie für eine kleine Entsalzungseinheit, die den Trinkwasserbedarf der Farmer deckt. Zum anderen versorgen die CPV-Zellen die Tracker der PV-Module, das Überwachungs- und Steuerungssystem und eine Klimaanlage, die den Technikraum der Anlage kühlt.

Um das Gesamtsystem möglichst kostengünstig zu gestalten, haben die Entwickler auf teure Batterien zum Zwischenspeichern des Solarstroms weitestgehend verzichtet. »Wo es kein öffentliches Stromnetz gibt, arbeiten PV-Anlagen aufgrund ihrer niedrigen Betriebskosten heute wirtschaftlich. Problematisch sind nur die hohen Investitionskosten am Anfang, an denen die Batterien einen erheblichen Anteil haben«, erklärt Jakob Wachtel vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. »Indem wir den größten Teil der erzeugten Energie direkt nutzen, können wir teure Speicherkapazitäten einsparen«, ergänzt sein Kollege Alexander Schies. Ein ausgeklügeltes Energie-Management überwacht die Erzeugung des Stroms und sorgt dafür, dass er immer sofort dahin fließt, wo er gerade gebraucht wird: Zur Tauchpumpe, um das Wasserreservoir aufzufüllen, zur Bewässerungspumpe, wenn es Zeit ist, das Feld zu bewässern oder zur Entsalzungseinheit. Lediglich für den Betrieb der CPV-Tracker und des Messsystems speichern die Entwickler einen Teil des Sonnenstroms in einer relativ kleinen Batterie zwischen. »Diese Reserve brauchen wir vor allem, um die CPV-Module morgens in Position zu fahren«, erläutert Jakob Wachtel. Anders als konventionelle Silizium-Solarmodule liefern konzentrierende Photovoltaik-Systeme nur dann Strom, wenn sie exakt nach dem Sonnenstand ausgerichtet sind.

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