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Nachhaltigkeit im Büro: Recyclingpapier, Direktrecycling oder Papierfrei?

247 Kilo im Jahr – das ist die Menge Papier, die jeder von uns verbraucht. Die Deutschen liegen beim Papierkonsum weit über dem EU-Durchschnitt und weltweit auf Platz 3. Grund genug, uns ein paar Gedanken darüber zu machen, wie die Kreislaufwirtschaft auch im Büro ankommen kann. Denn Recyclingpapier ist längst besser als sein Ruf. Das papierfreie Büro ist ein sehr sinnvoller Ansatz, wird aber nur wenig umgesetzt. Viele Büros sind noch weit davon entfernt, ohne Papier auszukommen. Doch genau dort verbrauchen wir besonders viel davon: Ein großer Teil unseres Papierkonsums fällt für Druckerpapier und Kopierpapier an. Und nur ein knappes Drittel dieses Papiers (31 Prozent) wird aus Recyclingfasern hergestellt. Da gibt es für die Nachhaltigkeit im Büro noch viel zu tun!

Recyclingpapier ist fast immer eine gute Alternative

In jedem Kilo Frischfaserpapier stecken gute 2 Kilo Holz und jede Menge Wasser und Energie, außerdem werden bei der Herstellung giftige Chemikalien eingesetzt. Wenn es nicht ohne Papier geht, ist deshalb Recyclingpapier die beste Wahl. Papier ist ein gutes Produkt für die Kreislaufwirtschaft, denn Papierfasern lassen sich bis zu 7 Mal wiederverwenden. Um Recyclingpapier herzustellen, sind bis zu 60 Prozent weniger Energie und bis zu 70 Prozent weniger Wasser nötig als bei frischem Papier. Auch die Transportwege sind meist kürzer.

Siegel für Recyclingpapier: Blauer Engel, FSC oder EU-Bume?

Die Zeiten, in denen recyceltes Papier grau und von merklich schlechterer Qualität war, sind längst vorbei! Heute eignet sich Recyclingpapier für sehr viele Anwendungen im Büro. Umweltfreundliches Druckerpapier erkennt man zum Beispiel am Siegel „Der Blaue Engel“ des Umweltbundesamtes. Obwohl auch der Blaue Engel nicht die vollständige Unbedenklichkeit eines Produkts bezeugt, ist das Zeichen für Papiere der beste Orientierungsmaßstab. Das Wahrzeichen sagt vor allem aus, dass die Produkte umweltfreundlicher sind als andere Produkte der Produktgruppe. Bei eine Entscheidung zwischen zwei vergleichbaren Produkten, sollten Sie sich also für das mit dem Umweltengel entscheiden. Laut Umweltbundesamt sowie Umweltorganisationen sind die Auflagen wesentlich strenger als die der Labels FSC, PEFC, das EU-Ecolabel und der Nordischer Schwan.

Das FSC „Mix“ Label besagt, dass mindestens 70 Prozent der Fasern aus FSC-Holz oder Altpapier stammen sollen. Meistens handelt es sich allerdings um reine Frischfaserpapiere. Bei der Vergabe des FSC-Labels für Recyclingpapier wird vor allem die Wiederverwendung der Fasern berücksichtigt, womit das FSC Recyclinglabel in den Umweltanforderungen für Recyclingprodukte hinter dem Blauen Engel zurückbleibt. Auch wenn die FSC-Kriterien noch nachgebessert werden müssten, ist das FSC Siegel das PEFC Siegel weit überlegen. Die PEFC-Zertifizierung ist von den Interessen der Forstwirtschaft geprägt und wird von Umweltorganisationen wie Robin Wood und Greenpeace stark kritisiert: das PEFC hat zu schwache Zertifizierungsstandards, es mangelt an Transparenz und Kontrollen und es dürfen auch Urwälder für das Papier abgeholzt werden.

Umweltfreundliches Drucken hört nicht beim Papierkauf auf!

Nicht nur beim Papierkauf selbst lohnt es sich, auf Nachhaltigkeit zu achten: Wenn Sie Druckaufträge (etwa für Briefpapier, Visitenkarten, Flyer…) vergeben, dann am besten an eine nachhaltige Druckerei. Laut Sebastian Backhaus stellt auch eine genaue Kalkulation von Drucksachen einen wichtigen Schritt zur Vermeidung von Überproduktionen dar: wer zu viel produziert, geht nicht nur höhere Kosten ein, sondern verschwendet auch wichtige Ressourcen.

Besonders umweltfreundlich: Papierprodukte aus Direktrecycling

Noch einen Schritt weiter geht das Direktrecycling. Statt aus Altpapier neues Papier zu machen, wird das Papier beim Direktrecycling unmittelbar wiederverwendet. Zum Beispiel als Samenpapier, aus dem später Blumen wachsen – auch super als Visitenkarten! Und im Lilli Green Shop gibt es direkt recycelte Briefumschläge aus fehlbedruckten Landkarten. Umweltfreundlicher geht’s nicht, und es ist eine super Möglichkeit, beim Empfänger einen Aha-Effekt zu erzeugen.

Tipps für ein papierloses Leben und Arbeiten

Nachhaltigkiet im Büro: Recycling Papier Design von Papertile
(c) Papertile / Dear Human

Papier sparen ist nicht schwer! Jede und jeder kann den eigenen Papierkonsum schon mit wenig Aufwand reduzieren. Unnötige Kataloge abbestellen und unerwünschte Werbepost mit dem Vermerk „Annahme verweigert“ unfrei zurückschicken bewirkt schon etwas. Bücher kann man online oder im Antiquariat auch gebraucht kaufen, Luftpolsterumschläge oder Versandkartons lassen sich oft mehrfach verwenden.

Ein papierfreies Büro ist ein wichtiger Schritt für die Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Unternehmen. Im Büro lässt sich viel Papier sparen, indem man doppelseitig bzw. zwei Seiten auf eine druckt. Green Printing Software erlaubt es außerdem, vor dem Drucken leere Seiten oder unnötige Informationen (etwa Bilder) aus dem Dokument zu entfernen. Viele Unterlagen, zum Beispiel Kontoauszüge oder Rechnungen, lassen sich auch gut digital archivieren und müssen nicht mehr unbedingt per Post versendet werden. So schaffen Sie mehr Nachhaltigkeit im Büro. Sind die Kollegen immer noch nicht überzeugt? Ein papierfreies Büro kann nicht nur Ressourcen und Umwelt, sondern auch Kosten und Arbeitszeit sparen!

Papertile: Recycling-Design aus Altpapier

Die Bilder im Beitrag sind von Papertile, ein Designprodukt aus Altpapier. Das Künstlerduo Jasna Sokolovic und Noel O’Connell hat sich mit Dear Human auf ökologisches Design spezialisiert; aus Materialforschungen mit Papiermüll entstanden die Papier-Recyclingprodukte. Das Material wurde sofort bei Architekten und Designers beliebt und das nicht ohne Grund: es ist schön, schlicht und aus 100% Altpapier!

Dieser Beitrag wird Ihnen präsentiert von unserem langjährigen Druckpartner Print Pool, die nachhaltige Umweltdruckerei

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