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Design, Materialien, Technik

R2B2 – Die stromlose Küchenmaschine

6 Kommentare 17 November 2010

Die Idee einer nachhaltigen Lebensweise beginnt mit dem Bewusstwerden der Dinge die uns umgeben. Aus welchen Materialien bestehen sie, wie lange halten sie, was passiert während und nach der Nutzung mit den Geräten. Darüber hinaus muss die Entscheidung getroffen werden, welche Form der Energie für die Benutzung der Geräte aufgewendet wird. Das beantwortet der frisch diplomierte Designer Christoph Thetard auf eine ziemlich überzeugende Weise.

Regenerative Energien gelten heutzutage als die Lösung für das Problem der Energieversorgung. Das verleitet dazu, Elektronik in alle möglichen Bereich zu integrieren. Dabei wird die steigende Produktion von Elektroschrott und der stetig wachsende Ressourcenverbrauch übersehen. Somit war der Ansatzpunkt zur Recherche nicht, wie man elektrische Geräte nachhaltiger gestalten, sondern wie man sie vermeiden kann. (Christoph Thetard)

Die von ihm entworfene Küchenmaschine R2B2 kommt in der Benutzung gänzlich ohne Elektrizität aus. Er nutzt allein Körperkraft um ein pedalbetriebenes Schwungrad anzutreiben. Das Schwungrad wird dazu bis auf 400 Umdrehungen pro Minute beschleunigt und die erzeugte Rotationsenergie kann mechanisch auf unterschiedliche Küchengeräte weitergegeben werden. Im ersten Entwurf wird hiermit eine Kaffeemühle, ein Handrührer, und eine Rühr- und Häckselmaschine angetrieben. Je nach Einsatzzweck und gewünschter Geschwindigkeit der Geräte, kann mittels eines Schalters die entsprechende Rotationsenergie abgenommen werden.

Eine gute Entscheidung war es, die Antriebsmechanik nicht in die Geräte selbst zu integrieren, sondern mit dem Schwungrad konsequent auszulagern. So werden die Anschlussgeräte wesentlich kleiner, leichter und sind vielseitiger zu nutzen. Gleichzeitig ist die Mechanik so weniger anfällig und sicherlich auch besser zu reparieren. Der Gedanke einer zentralisierten Antriebseinheit für alle Haushaltsgeräte ist anregend und Christoph Thetard denkt selbst schon über eine kleinere Badversion mit Anschluss für Rasierer und rotierender Zahnbürste nach.

Ich hatte selber schon die Gelegenheit die Maschine auszuprobieren und kann bestätigen wie viel Spaß es macht, das Riesenschwungrad in Gang zu setzen und die Energie zu spüren die damit freigesetzt werden kann. Wer die Maschine selbst ausprobieren möchte, kann Christoph Thetard und sein StudioMontag spätestens auf der nächsten Ambiente Talents oder dem Salone Satellite zu treffen.


R2B2


Aufbewahrung der Küchengeräte.


Das Riesen-Schwungrad kann immense Kräfte frei setzen.


Zur Übertragung der Rotationsenergie können die Küchengeräte angeschlossen werden.
Mit dem Schalter kann man die abzugreifende Energie variieren.


Das Häcksel- und Rührgerät.


Der Handrührer.


Die Kaffeemühle.

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