Design Technik

Die Zukunft energiesparender Displays

Vielleicht haben einige von euch schon mal etwas von Epaper und Ebooks gehört. Damit ist hier nicht das Ebook als elektronisches Buch gemeint, welches man bei Amazon beispielsweise als PDF erwerben kann, sondern eine Displaytechnologie, die sehr angenehm für das Auge ist und viel Energie im Vergleich zu LED- oder LCD Technik spart, da sie das Licht der Umgebung zur Darstellung von Inhalten nutzt (reflektiv).

Ein Vorreiter in dieser Technologie war die Firma Xerox. Bereits in den 70er Jahren forschte das Unternehmen an seiner Eink – der elektronische Tinte.
Vereinfacht gesagt handelt es sich hier um kleine Kügelchen, die in einer öligen Flüssikeit zwischen zwei Glasplatten schwimmen, oben schwarz und unten weiss. Legt man einen Strom an, so ist es möglich, die wie Pixel in einer Matrix schwimmenden Kugeln auf die weisse oder schwarze Seite zu drehen und somit eine Grafik darzustellen oder natürlich Schrift. Ausschliesslich beim Drehen der Kugeln wird Strom verbraucht – das Bild bleibt erhalten und somit eignete sich diese Erfindung hervorragend für die ersten elektronischen Bücher.

Heute verwenden die Firmen ein ähnliches, aber verbessertes System unter der Bezeichnung „Elektrophorese“. Dabei befinden sich zwischen zwei Kunststoffplatten kleine Mikrokapseln, welche mit einer gefärbten Flüssigkeit gefüllt sind. In den Mikrokapseln befinden sich kleine schwarze „Perlen“, diese können sich durch das Anlegen einer Spannung nach vorne ausrichten, oder in der Flüssigkeit abtauchen und so unsichtbar werden.
Da hier nun auch biegbare Kunststoffplatten verwendet werden können kommt man dem Traum vom verformbaren, energiesparenden und nicht-blendenden Papierersatz schon ein Stückchen näher.

citizen eink - bendable clock

Doch kommen wir nach dieser kleinen Einführung zum Epaper zum Kern meiner Vorstellung heute. Erfreut habe ich gesehen, dass erste Versuche unternommen worden sind eine ähnliche Technik zu verwenden, um auch Bewegtbilder anzeigen zu können. Zwar ist der Markt mittlerweile gut versorgt mit Ebook Readern, die sich der Eink Technik bedienen, doch die Hersteller müssen sich dem kritischen Vorwurf stellen, dass es nicht sonderlich fortschrittlich ist, wenn ein Bildwechsel auf dem Display knapp eine Sekunde dauert und somit das Ansehen von Videos gänzlich unmöglich ist.

Die Lösung könnte eine Innovation der Firma Qualcomm sein. Kürzlich zeigte das Unternehmen auf der CES ein neuartiges Display mit dem Namen Mirasol. Hier werden mit Hilfe vieler kleiner Spiegel, die einfallendes Licht in nur einer bestimmten Wellenlänge zurückwerfen, sichtbare Farben erzeugt. Sie können so schnell bewegt werden, dass die Darstellung von Filmen möglich ist. Die altbacken wirkende Graustufenära der Eink Displays scheint hiermit überwunden.
In den Videos von Qualcomm ist erkennbar, dass die Displays dennoch einen leichten gelb-roten Farbstich haben. Aber immerhin, ein guter Schritt in Richtung energiesparender Farbdisplays wurde geleistet. Der Sprecher des Unternehmens behauptet sogar, dass Amazons Kindle noch sparsamer wäre, wenn in dem Reader ein Mirasol Display verbaut wäre (die größere Sparsamkeit wäre allerdings nur gegeben wenn man sich hier aufs Lesen beschränkte und natürlich keine Beleuchtung hinzu kommt).

Dieses Jahr sollen die ersten Geräte mit Mirasol Display in die Produktion gehen.

1 Kommentar

  1. Einen eBook Reader mit biegbaren Display würde ich mir auch noch holen … echt coole Idee.

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