Plastik ist überall. Es verstopft Flüsse, vermüllt Küsten und treibt tonnenweise durch unsere Ozeane. Dort zersetzt es sich zu Mikroplastik, das von Meerestieren aufgenommen wird und längst auch Teil unserer Nahrungskette ist. Auch im Badezimmer fällt viel Verpackungsmüll an: Duschgels, Shampoos und Flüssigseifen werden meist in Plastikflaschen verkauft und bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Doch ein Teil des Verpackungsmülls im Bad lässt sich denkbar einfach vermeiden: mit festen Seifen ohne Plastikverpackung.
Die plastikfrei verpackten Bio-Seifen des Dresdner Start-ups NICAMA ersetzen flüssige Produkte in Plastikflaschen und sind Teil des sogenannten 1plus1-Prinzips: Für jedes verkaufte Hauptprodukt, zu denen auch die Seifen gehören, finanziert NICAMA die Bergung von 100 Gramm Plastik in Küstenregionen Südindiens, bevor es in die Umwelt und ins Meer gelangen kann.
Plastik im Meer – eine globale Umweltkrise
Plastikmüll ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Jede Minute gelangt eine LKW-Ladung Plastik ins Meer. Aktuelle Studien schätzen, dass jährlich bis zu 23 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Ozeane gelangen (ScienceDirect). Wind, Überschwemmungen oder fehlende Abfallinfrastruktur tragen dazu bei, dass besonders in Ländern des globalen Südens große Mengen Plastikmüll in Flüsse und Küstengewässer gespült werden . Dort zerfällt er langsam in kleinere Teile, wird zu Mikroplastik – und damit zur tödlichen Gefahr für Fische, Schildkröten, Seevögel und letztlich auch für uns Menschen.
Auch Deutschland trägt indirekt zur Meeresverschmutzung bei: Ein erheblicher Teil unseres sorgfältig getrennten Plastikmülls wird ins Ausland exportiert – teils in Länder wie Malaysia, Indonesien oder die Türkei, in denen es häufig an funktionierenden Entsorgungsstrukturen mangelt. Was wir zuhause achtlos entsorgen oder in Plastik verpackt einkaufen, kann über Umwege im Meer landen. Selbst „richtig“ entsorgte Verpackungen aus Deutschland können am Ende doch im Ozean treiben. Laut Greenpeace wurden allein im Jahr 2021 rund 697.000 Tonnen Plastikmüll aus Deutschland ins Ausland verschifft (Greenpeace, 2022) – mit unklaren Folgen für Umwelt und Küstenregionen weltweit.
Auch die Kosmetikindustrie trägt zur Plastikflut bei: Milliarden Verpackungen pro Jahr, oft nicht recycelbar, landen als Müll in der Umwelt – oder über Umwege im Meer. Höchste Zeit für eine echte Alternative.

100 Gramm Plastikbergung pro Hauptprodukt
NICAMA zeigt, wie sich ein alltägliches Pflegeprodukt mit einem konkreten Beitrag gegen Plastikverschmutzung verbinden lässt. Über das 1plus1-Prinzip finanziert das Unternehmen für jedes verkaufte Hauptprodukt die Bergung von 100 Gramm Plastik. Dafür arbeitet NICAMA mit CleanHub und Green Worms Waste Management in Südindien zusammen. Die gesammelten Mengen lassen sich über einen regelmäßig aktualisierten Impact-Report nachvollziehen.
Der Plastikmüll wird bei Haushalten und kommunalen Sammelstellen abgeholt oder bei Clean-ups aus der Natur entfernt. Anschließend wird er sortiert und weiterverarbeitet. Recycelbares Material wird erneut genutzt; nicht recycelbares Plastik kommt nach Angaben von CleanHub in der Zementproduktion als alternativer Brennstoff zum Einsatz.
CleanHub & Green Worms – Partner für den Wandel
Die Zusammenarbeit mit CleanHub und Green Worms verbindet die Plastikbergung in Küstenregionen mit dem Aufbau lokaler Sammel- und Sortierstrukturen. In Kerala, einer Küstenregion im Südwesten Indiens, sammeln Frauengruppen Plastikmüll aus Gemeinden, Flussufern und Küsten. Das Material wird sortiert: Recycelbares wird weiterverarbeitet, nicht verwertbares Plastik im sogenannten Co-Processing als Ersatz für fossile Brennstoffe genutzt. So wird vermieden, dass der Müll auf wilden Deponien oder – schlimmer noch – im Meer landet. Gleichzeitig entstehen Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten vor Ort. CleanHub unterstützt nach eigenen Angaben insbesondere Frauen und den Aufbau einer regelmäßigen Abfallsammlung in bislang unzureichend angebundenen Gemeinden.
Upcycling-Seifen: Pflege aus Reststoffen
Bei NICAMA beschränkt sich die Abfallvermeidung nicht auf die Verpackung. Für einige Upcycling-Seifen nutzt das Unternehmen Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie wie Kaffeekirschen sowie Orangen- und Zitronenschalen. Die Pflanzenteile werden als Zutaten für Seifen mit Peelingeffekt weiterverwendet, statt ungenutzt zu bleiben. Was sonst im Müll gelandet wäre, sorgt so für wohltuende Pflege und ein gutes Gewissen: echtes Upcycling in Reinform. Jede Seife erzählt dabei eine kleine Geschichte von Ressourcenschonung und Kreativität.
Produktion der Zero Waste Seifen von NICAMA
Zero Waste im Bad: weniger Verpackung, weniger Wasser
Wer sich für feste Seifen entscheidet, kann Verpackungsmüll im Badezimmer reduzieren. Flüssige Pflegeprodukte bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und benötigen eine dichte Verpackung. Festseifen sind konzentrierter, leicht und kommen bei NICAMA ohne Plastikverpackung aus. Ob für Hände, Körper oder Haare: Sie sind eine praktische Alternative zur Plastikflasche.
Besonders unterwegs haben feste Seifen einen einfachen Vorteil: Sie können nicht im Gepäck auslaufen und fallen bei Flugreisen nicht unter die Beschränkungen für Flüssigkeiten.
Für unterwegs und draußen: Festseifen richtig verwenden
Auch auf Reisen sind die Festseifen von NICAMA praktisch: Sie sind kompakt, laufen nicht aus und kommen ohne Plastikverpackung aus. Nach Angaben des Herstellers sind die Seifen biologisch abbaubar und enthalten kein Mikroplastik.
Biologisch abbaubar bedeutet allerdings nicht, dass Seife direkt in Flüsse oder Seen gelangen sollte. Auch natürliche Seifen verändern die Wasserchemie und können Wasserorganismen belasten. Beim Camping sollte man sich deshalb mit ausreichendem Abstand zu Gewässern waschen und das Waschwasser über den Boden versickern lassen, sofern die örtlichen Regeln dies erlauben. Unsere Devise bleibt: In der Natur keine Spuren hinterlassen!
Plastikfreie Seifen mit nachvollziehbarem Zusatzbeitrag
Die Festseifen von NICAMA verbinden mehrere konkrete Ansätze: eine plastikfreie Verpackung, zertifizierte Naturkosmetik, die Weiterverwendung ausgewählter Reststoffe und die Finanzierung von Plastikbergung in Küstenregionen. Aus einem Stück Seife wird dadurch kein Retter der Weltmeere. Das 1plus1-Prinzip schafft aber einen messbaren zusätzlichen Beitrag, der sich über den Impact-Report nachvollziehen lässt.
Eine Auswahl der festen Dusch-, Rasier- und Peelingseifen finden Sie im NICAMA-Sortiment des Lilli Green Shops. Darunter sind auch Upcycling-Seifen mit Zutaten aus Reststoffen der Lebensmittelproduktion. Eine schöne kleine Geschenkidee für alle, die im Badezimmer Plastikverpackungen vermeiden möchten!




