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Eine Wohnfarbe, die Chemikalien schluckt

Ich habe eine Wandfarbe entdeckt, die nicht nur Wohnraum schön weisst, sondern einen praktischen Zweitnutzen mit sich bringt. Zigarettenrauch, Weichmacher aus Kunststoffen, Lösemittel. Viele Gerüche und Chemikalien belasten die Gesundheit der Bewohner neuer und alter Wohnungen. Besonders Weichmacher wie Phthalate dampfen aus Teppichen und anderen Petrochemieprodukten aus und schädigen das Immunsystem. Wer eine Wohnung neu bezieht oder renoviert kann der ständigen Belastung mit  solcherlei unerwünschten Substanzen mit Klimasan Wandfarbe vorbeugen; so behauptet es der Hersteller.
Die Klimasan-Farbe enthält Titandioxid, ein typisches Weißpgigment, welches  als Katalysator fungiert und Gerüche und bestimmte Luftschadstoffe im Zusammenspiel mit Sauerstoff in harmlose Verbindungen wie Wasser und Kohlendioxid umwandelt.

Normalerweise würde Titandioxid nur unter UV Licht katalystisch aktiv werden, doch die Rezeptur erlaubt sogar eine Photokatalyse unter Einwirkung von normalem Tageslicht oder Glühlampenlicht. Photokatalyse ist sozusagen die umkehrte Photosyntese, an deren Ende bekanntermaßen Sauerstoff entsteht. Sauerstoff und Licht sind für die Farbe also die Basis um als Luftreiniger zu dienen. Das durch die Reaktion entstehende CO2 tritt nur in geringsten Mengen aus und ist vollkommen unschädlich.  Um die Wirksamkeit der Farbe zu garantieren darf diese nicht verschattet werden. Hier eignen sich am besten die Zimmerdecken und Wände ohne Möbel. StoClimasan gibts hier

Na dann, frohes Streichen und tief durchgeatmet!

6 Comments

  1. hey, was soll denn dieser Artikel. Das klingt stark nach Schleichwerbung!

    Dank an Manu deine Einwände sind gut. -Nur noch eine kleine Anmerkung: Viele Naturfarben können auch ohne großartige Untergrundvorbereitungen aufgestrichen werden. In der Regel ist der Auftrag und die Verarbeitung von Ökologisch korrekten Naturfarben eher Easy.
    Doch – den meisten Menschen kommt es auf den zusätlichen Nutzen an; den erziehlt man oft nur mit aufwendigeren Arbeitsschritten.
    Daphne

  2. Vielleicht sollte man einen Artikel über Naturfarben schreiben? Ist ja gar nicht so trivial das Thema.

    Aber wo wir gerade dabei sind: Natürlich sind Naturfarben zu präferieren, wenn es die Möglichkeit gibt.

    Aber laut meines Wissens sind bestimmte Kombinationen nicht kompatibel. Wer in einen Neubau mit x-mal übergestrichen Wänden einzieht, macht sich keine Freude mit einer Kalkkaseinfarbe, da die Wand dann im Untergrund schon total versiegelt ist.
    Das Schöne an Naturwänden mit Lehm und Kaseinfarbe ist ja gerade, dass sie atmen können und mehrere Schichten Dispersionsfarben oder Tapeten die Wände quasi abdichten. Die Farben aber, die durch das Beimengen echter Pigmente entstehen, sind super und sehr satt. Das macht schon Spaß beim Anrühren, wenn man sich entschieden hat, es einfach mal selbst auszuprobieren. Jedoch sollte man sich überlegen, was man will. Wenn es um die Atmung geht, muß alles runter, was vorher die Wand versiegelt hat, dann kann Naturfarbe drauf. Ansonsten ist es natürlich auch interessant für Menschen, denen die biologische Abbaubarkeit wichtig ist, sowie Haltbarkeit und sogar natürliche Keimhemmung der Farbe. Hier kann man sich übrigens noch einen Überblick verschaffen: http://www.arwela.info/5nfarben.htm

    Dank an Manu für die Kommentare!

  3. Dispersionsfarben sind zwar kein Sondermüll mehr, da hast Du recht.
    Leere Eimer mit EINGETROCKNETEN Farben kann man in die gelbe Tonne tun. Doch flüssige Reste gehören weder dort hinein noch ins Abwasser (Toilette, Gully o.ä.). Diese müssen bei der BSR gesondert entsorgt werden, was keiner macht, weil es Geld kostet. Fazit: Die Umwelt wird belastet…

    Wieviel einfacher ist es da die Naturfarbenreste einfach auf den Kompost / Biotonne zu tun. Oder auf den Rasen, denn Kalk hat auch eine düngende Wirkung…

  4. Da muss ich leider arg widersprechen!

    Die Untergründe müssen für jede Art von Anstrich vorbereitet sein, selbst die konventionelle Dispersionsfarbe hält nicht auf Wänden mit z.B. Leimfarbenresten.

    Für alle Kalk- und auch Lehmfarben bzw. Putze gibt es spezielle Grundierungen bzw. Haftgründe z.B. Gekkkosol (auf Wasserglasbasis) oder Vega Grundierungen, zu finden in jedem gut sortierten Naturfarbenhandel. Danach kann man so gut wie jeden Untergrund mit Naturfarben und Putzen behandeln – ob Gipskarton oder Beton, Ziegel, alte Lacke oder Tapeten mit Dispersionsfarben, alles kein Problem!

  5. Mag ja sein, wir haben bei uns auch Lehmwände im Büro, selbst renoviert mit Kalkkaseinfarbe. Doch nicht jeder, der irgendwo in einen Neubau zieht kann sich über Lehmwände freuen. Es ist z.B. nicht möglich Sumpfkalkfarbe an einer normalen Wand anzubringen, da muss schon Lehm dahinter sein. Dispersionsfarben sind auch kein Sondermüll, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dispersionsfarbe

    Wer eine Kalkkaseinfarbe auf seine Wand aufbringen will, muss vorher sichergehen, dass alle Farb und Kleberreste von Tapeten entfernt (also maschinell oder per Hand abgerieben) werden und der Untergrund passt.

    Also. Immer schön schauen, dass auch die Grundlage für die Verwendung von Naturfarben gegeben ist. Übrigens filtert auch Wolle effektiv Schadstoffe aus der Luft. Dazu kommen wir später!

    Und wer selbst lernen will, wie man einen Strohballenbau mit Lehmwand herstellt schaue hier: http://www.baubiologie.at/asbn/strohbau_workshops.html

    Gruss Jette

  6. Also ehrlich. Ich würde mir schwer überlegen dieses Zeug an die Wand zu schmieren. Sto Produkte sind vielleicht emissionsärmer als andere, aber letzenendes auch nur reine Chemie. Was passiert mit den Farbresten? Sind sicher Sondermüll…

    Eine simple, kostengünstigere und 100% recyclebare Alternative kennt jeder: ist nur gerade nicht so „hipp“!
    Lehmputze, Lehmfarben oder auch Sumpfkalkfarben bieten schon seit hunderten von Jahren den gleichen Effekt (ohne Einschränkung). Lehm kann nicht nur schlechte Gerüche und Schadstoffe binden sondern auch allergene Stoffe (Pollen) aufnehmen. Außerdem kann er Feuchtigkeit aus der Raumluft (bsp. vom kochen und duschen) aufnehmen und bei niedriger Luftfeuchte wieder an den Raum abgeben. So herrscht stets ein gesundes Raumklima – ganz ohne Chemie, denn Lehm- oder auch Kalkputze und -farben sind reine Naturprodukte!

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