Architektur Kunst

Französisches Künstlerkollektiv baut weltgrößte hängende Garten

Das französische Kunstprojekt Les Machines de L’ile in Nantes ist bekannt für seinen Maschinenpark, der mit einer Mischung aus Kunst, technischer Spielerei und Vergnügungspark eine beliebtes Ziel von Touristen ist. Das Projekt wächst seit 2007 und bekommt jetzt eine gigantische neue Attraktion. In einem 35 Meter hohen begehbaren Baum aus Stahl wollen die Künstler nichts Geringeres als den größten hängenden Garten der Welt schaffen.

Leonardo da Vinci trifft Jules Verne

Die Designer François Delaroziere und Pierre Orefice sind die Masterminds hinter der Ausstellung, die von der imaginären Welt von Jules Verne und dem mechanischen Universum Leonardo da Vincis inspiriert ist. Besucher des Maschinenparks können dort eine fantastische mechanische Tierwelt bestaunen, die vor ihren Augen zum Leben erwacht.

Zu den spektakulärsten Objekten gehören ein 12 Meter hoher hölzerner Elefant, der 50 Menschen zu einem Ritt über das Ausstellungsgelände einlädt, und eine riesige mechanische Spinne. Eine weitere Attraktion ist ein großes dreistöckiges Karussell mit Wasserkreaturen. Bei allen Objekten liegen die Funktionsmechanismen offen und sind für die Besucher nachvollziehbar.

Die nächste große Attraktion wird nun der L’Arbre aux Hérons, der Reiherbaum, der den größten hängenden Garten seit der Antike beherbergen soll. Bisher existieren nur einzelne Teile des Baumes, einer 1500 Tonnen schweren Stahlkonstruktion mit einem Durchmesser von 50 Metern. 22 Äste sollen auf insgesamt einem Kilometer eine üppige Gartenlandschaft mit vielen Pflanzen und mechanischen Tieren beherbergen. Über eine doppelläufige Wendeltreppe gelangen Besucher auf die begehbaren Äste und können dort spazieren gehen. Seit den Hängenden Gärten von Babylon, 2000 Jahre vor Christus, hat es keine hängenden Gärten dieser Größe mehr gegeben!

Ein verkleinerter Prototyp des gesamten Baumes und ein begehbarer Ast sind jetzt schon ausgestellt. Wenn der Baum im Jahr 2022 fertig ist, werden in 35 Metern Höhe zwei große mechanische Reiher Besucher auf einen kleinen Rundflug über den Baum mit Blick auf das Loiretal und die Stadt Nantes mitnehmen. Bis dahin kann man in der Galerie auch auf Skizzen und Zeichnungen sehen, wie der L’Arbre aux Hérons einmal aussehen soll. Umgesetzt werden die von Delaroziere und Orefice entworfenen Objekte von „La Machine“, einem Zusammenschluss von französischen Künstlern, Ingenieuren und Handwerkern. Dabei fließen Ideen von Leonardo da Vinci und Jules Verne mit ein.

Der Eiffelturm Westfrankreichs

Am Flußufer der Loire, wo der Reiherbaum stehen wird, befindet sich passenderweise auch das Haus, in dem Jules Verne seine Jugendjahre verbrachte. Der Baum soll der „Eiffelturm von Westfrankreich“ werden. 35 Millionen Euro kostet das gigantische Kunstprojekt, von denen zwei Drittel aus öffentlichen Geldern kommen. Der Rest soll über eine Kickstarter-Kampagne finanziert werden, die noch läuft. Das erste Fundingziel von 100.000 Euro wurde schon weit übertroffen.

Mehr Infos: Les Machines des Nantes

Via: thisiscolossal

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