Jonas Winkler ist ein junger Möbeldesigner aus Hannover, der sich intensiv mit Holz, Handwerk und langlebigen Möbelkonzepten beschäftigt. Seine Arbeit ‚Maru‘ ist ein Designkonzept für Sitzmöbel, bei dem modulare Konstruktion, Reparierbarkeit und die Verbindung von Handwerk und industrieller Fertigung zusammengedacht werden.
Maru verbindet Handwerk und Technologie
Produktdesigner und Woodworker, so nennt sich Jonas Winkler selbst. Handwerk und Design gehören für ihn zusammen, er stellt die Prototypen für all seine Produkte deshalb selbst her. Sein Stil ist klar und minimalistisch, er will ästhetische Formen schaffen, die in jede Umgebung passen. Das Konzept von Maru – japanisch: ein Kreis – setzt auf die Symbiose von Handwerk und Technologie. Denn nachhaltige Möbel herzustellen bedeutet für Jonas Winker nicht nur, Holz aus der Region ressourcenschonend zu nutzen. Es geht für ihn auch um den gesellschaftlichen Aspekt der Nachhaltigkeit: Die Herstellung gezielt zwischen Mensch und Maschine aufzuteilen. Handwerk ist bei Maru fester Teil der Produktion.
Die Seitenrahmen der Sitzmöbel sehen identisch aus und werden im Druckgussverfahren hergestellt. Ob daraus später ein Stuhl oder ein Sofa wird, ist erstmal egal – aus zwei Rahmen können bis zu acht Produkte entstehen. Die Montage der Mittelteile übernehmen anschließend menschliche Fachkräfte. So lässt sich die Produktion schnell an den jeweiligen Bedarf anpassen, und die vorgefertigten Teile können platzsparend versendet werden. Die Montage erfolgt dann im jeweiligen Land vor Ort.
Möbel zum Reparieren und Weiterverwenden
Neben Holz bestehen die Möbel aus Aluminium, Baumwolle und Leder oder Kunstleder. Nach ihrer Lebensdauer lassen sie sich unkompliziert reparieren bzw. die Seitenteile wiederverwenden. Auch dann kann wieder je nach Bedarf ein Stuhl oder eine Bank daraus werden, da man nur den mittleren Teil tauschen muss. Die Konstruktion ist damit auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Gerade bei einem material- und energieintensiven Werkstoff wie Aluminium ist es sinnvoll, Bauteile möglichst lange zu verwenden und erneut einzusetzen.
Das Maru-Konzept können außerdem andere Designer als Leitfaden verwenden: So will Jonas Winkler die Möbelindustrie von innen heraus positiv verändern. Seinen ersten Green Product Award bekam er übrigens für eine spezielle Schreinertechnik, mit der Ausschussteile aus Holz zu Verbindungsstücken weiterverarbeitet werden.