Ausstellung Kunst

Biennale des URBAN NATION Museums Berlin zeigt ökologische Dringlichkeit

Mit der Leitfrage “Was wäre, wenn?” untersucht die erste Biennale des URBAN NATION Museums in Berlin die ferne Zukunft und damit verbunden die ökologischen Herausforderungen und apokalyptischen Angstprojektionen von heute. Die urbane Kunstausstellung, die über drei Tage unter einer U-Bahn-Linie mitten in der Stadt inszeniert wird, zeigt ein sich über 100 Meter erstreckendes Gesamtkunstwerk, das von 27 Künstlern aus aller Welt geschaffen wurde.

Der Eingangsbereich der Ausstellung führt in eine Art Zeitkapsel, wo utopisch klingende Fragen gestellt werden: „Was, wenn wir mehr Bäumen pflanzen, als wir roden?“ oder: „Was, wenn wir alle bewusster konsumieren würden?“. Die Fragen orientieren sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und stellen die Frage nach dem zukünftigen Zusammenleben auf unserem Planeten. Einmal in der Ausstellung angekommen, zeigen die Künstler ihre Antworten und Interpretationen dieser Fragen. Jedes Kunstwerk beschäftigt sich mit der Frage: Können wir noch etwas verändern oder verbessern – oder eben nicht?

Was währe, wenn?

Wo die Fragestellungen noch positiv und utopisch klingen, zeigen die Künstlerdarstellungen allerdings zum größten Teil eine eher dystopische, postapokalyptische Welt, wo die Natur nach einer Klimakatastrophe wieder die Oberhand gewonnen hat und ein gestürztes und überwachsenes Flugzeug oder Graffitis an die vergangene menschliche Zivilisation erinnern.

Eine Performance des Theaters ANU zeigt eine Zivilisation in ferner Zukunft nach der menschengemachten Katastrophe: die Überlebenden kommen aus einer Arche, die aus Plastik gebaut ist, und bauen eine neue, weiblich orientierte Gesellschaft auf.

Tiere mischen sich in den urbanen Raum ein – aus dem gegenüberliegenden Museum selbst kommen gigantische Tentakel eines Oktopusses (Werk: Tentacles von Filthy Luker & Pedro Estrellas). Ein lebensecht wirkender Gorilla läuft zwischen dem Publikum und erinnert daran, das auch wir Menschen vom Aussterben bedroht sein könnten (Werk: Gorilla von Millenium X).

Die Natur wird zurückerobern, was ihr genommen wurde

Das Werk „Holy Cow“ des Londoner Künstlers und Tierrechtsaktivisten Louis Masai zeigt eine Kuh aus Weiden- und Waldholz inmitten eines Meeres von Plastik-Milchverpackungen. Laut Masai ist die ursprüngliche, wilde Kuh eigentlich schon längst ausgestorben. Sein Kunstwerk soll als Statement verstanden werden, dass die Natur zurückerobern wird, was ihr genommen wurde. Besucher können die Heilige Kuh, ein heiliges Tier in der indischen Kultur, mit kleinen Stoffbändchen aus alten Saris ehren.

>> Interview mit Künstler Louis Masai

Vielleicht ist es eben noch nicht zu spät, und die Ausstellung soll nur noch mal auf die extreme Dringlichkeit des Themas hinweisen und uns warnen. Die Ausstellung wirkt wie eine Aufforderung, wie die von Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg vor kurzem in New York, den „Krieg gegen die Natur“ zu beenden.

Yasha Young, die engagierte Museumsdirektorin und Kuratorin der Biennale, betont beim Presserundgang, dass die Ausstellung selbst so nachhaltig wie möglich gestaltet wurde – mit Wiederverwendung von alten oder geliehenen Materialien, Berliner Leitungswasser und veganem Catering.

URBAN NATION Biennale 2019

Ausstellungstitel: ROBOTS AND RELICS: UN-MANNED
Freitag 13.09. von 20.00 bis 22.00 Uhr
Samstag 14.09. von 10.00 bis 22.00 Uhr
Sonntag 15.09. von 10.00 bis 18.00 Uhr
gegenüber vom URBAN NATION Museum
freier Eintritt

URBAN NATION Museum Berlin

Bülowstrasse 7, Berlin Schöneberg
geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
freier Eintritt

> Webseite des Urban Nation Museums

Teilnehmende KünsterInnen: Coderch & Malavia (Spanien), Cryptik (USA), Dan Rawlings (Großbritannien), Dima Rebus (Russland), Ekow Nimako (Kanada), Filthy Luker (Großbritannien), Frédérique Morrel (Frankreich), Gehard Demetz (Italien), HERAKUT (Deutschland), INTI (Chile), Malavia (Spanien), Julien de Casabianca (Frankreich), Louis Masai (Großbritannien), Millennium FX (Großbritannien), NeSpoon (Polen), Nomad Clan (Großbritannien), Quintessenz (Deutschland), Rune Guneriussen (Norwegen), Sandra Chevrier (Kanada), Theater ANU (Deutschland), Vermibus (Spanien).

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