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24GT07

Helfen statt Schokolade – der 24 gute Taten Adventskalender

Der erste Advent steht mal wieder vor der Tür!

Im Interview spricht Johanna Wehkamp, Mitbegründerin des Vereins 24guteTaten e.V. über effektive und transparente Hilfsprojekte und wie man diese erkennt.

Gerade in der Vorweihnachtszeit möchten viele Menschen etwas Gutes tun und wollen sich nicht ausschließlich dem Konsumrausch hingeben. Aber wie spendet man sinnvoll? Wie findet man heraus, welche Organisation wirklich gewissenhaft, effektiv und nachhaltig mit den Geldern umgeht?

Johanna Wehkamp hat sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. Die 27-Jährige, die derzeit in Berlin promoviert, ist Mitbegründerin des Vereins 24guteTaten e.V. und hat den gleichnamigen Adventskalender mit ins Leben gerufen. Statt Schokolade verstecken sich hinter den Türchen konkrete Hilfsprojekte, die man mit einer einmaligen Spende möglich macht. Zum Beispiel ein Krankentransport für zwei Dorfbewohner in Bangladesch oder eine ausgewogene Schulmahlzeit für ein Kind in Uganda.

„Jedes Jahr bewerben sich bei uns viele Organisationen mit ihren Projekten. Unsere Aufgabe ist es, die Projekte gründlich zu prüfen. Denn es ist unsere oberste Priorität, dass wir mit den gespendeten Geldern ganz konkret und messbar helfen“, so Johanna Wehkamp.

Wie kamst Du auf die Idee, einen Adventskalender mit guten Taten zu vereinen?

Auf die Idee kam mein Bruder Sebastian Wehkamp im Winter 2010. Ihn faszinierte, dass viele Menschen eigentlich gern spenden, jedoch bei Aufforderung zur Spende oft mit Mitleid erregenden Fotos an das schlechte Gewissen appelliert wird. Sein Ziel war es, dass das Spendenerlebnis Spaß machen darf, sich die Spender aber gleichzeitig auch sicher sein können, dass ihre Spenden sinnvoll eingesetzt werden. Das heißt, dass zum Beispiel nichts in der Verwaltung versickert und man eine gewissenhafte Projektauswahl trifft. 2011 haben wir dann den Verein gegründet.

Jährlich bewerben sich viele gemeinnützige Organisationen mit ihren Projekten bei Euch. Dieses Jahr waren es sogar 157. Wie wählt Ihr diese objektiv aus – geht das überhaupt?

Anfangs haben wir uns tatsächlich die Frage gestellt, ob man „gute Taten“ überhaupt objektiv auswählen kann, da persönliche und gesellschaftliche Werte ja nicht immer im Einklang stehen müssen. Wir wollten uns daher an einer etablierten Agenda orientieren, die sich auf ein universelles Werteverständnis stützt. Hierzu boten sich die UN-Entwicklungsziele als Leitfaden an und wir haben die Projekt-Kategorien in unserem Adventskalender – Bildung, Versorgung, Gesundheit und Umwelt – daran orientiert. Jetzt suchen wir jedes Jahr jeweils sechs Projekte pro Kategorie aus.

Zudem wollten wir mit dem Kalender besonders wirksame Projekte fördern. Zum Glück gibt es auf dem Gebiet viele Studien renommierter Institute, auf die wir uns bei der Auswahl beziehen. Die Forscherin Juliette Seban vom J-PAL – meine damalige Dozentin an der Universität Sciences Po – hat uns zum Beispiel geholfen, Fragen zu stellen durch die wir erkennen können, ob es hinter dem Projekt eine langfristige Strategie gibt. Außerdem haben wir uns an Studien und Richtlinien des Beratungshauses PHINEO – führend im Bereich der Wirkungsanalyse von Hilfsprojekten – orientiert und so die Grundlage für das Punktesystem geschaffen, mit dem wir heute alle Bewerbungen auswerten.

Für welche Kriterien werden Punkte vergeben?

Zuerst ist natürlich die Idee wichtig: Ist die gute Tat auch wirklich genau so durchführbar und sinnvoll? Die Organisationen sollen außerdem klar darstellen, was sie mit den 24guteTaten Spenden für ihr Projekt erreichen wollen. Die Projekte sollen konkret, messbar und in der Umsetzung nachvollziehbar sein. Wie zum Beispiel das Projekt „200 g Saatgut für eine bedürftige Familie in Bangladesch“. Zudem soll die Hilfe Teil einer längerfristigen Strategie sein. Das heißt, die Familien sollten neben der Soforthilfe auch Unterstützung erhalten, sich in der Zukunft selbständig zu versorgen. Und wir wollen keine Verwaltungskosten fördern und fordern von allen Projekte, die mindestens den Transparenzkriterien der Initiative „Transparente Zivilgesellschaft“ entsprechen. Persönliche Gespräche mit den Projektverantwortlichen runden unser Auswahlverfahren ab, so können wir uns sicher sein, dass es sich bei den Organisationen um vertrauenswürdige Partner handelt.

Bestellen kann man den Kalender direkt bei 24guteTaten.  Wir wünschen viel Freude beim Helfen!

Übrigens, im Lilli Green Shop gibt´s auch einen tollen Adventskalender – mit Lückentexten zum selbst ausfüllen, für ganz individuelle kleine Liebesbotschaften, entworfen von einer Hamburger Designerin.

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Ein Kommentar zu Helfen statt Schokolade – der 24 gute Taten Adventskalender

  1. Caro 17/12/2015 at #

    Sehr cool :) schade, dass ich es erst jetzt gesehen habe.. vllt nächstes mal?

    LG,
    Johanna

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