Architektur Bauen

3D-gedrucktes Häuschen – sind 3D-gedruckte Häuser umweltfreundlich?

US-Architekten haben ein 3D-gedrucktes Häuschen aus Eschenholz gebaut. Das Besondere ist, dass das Holz von einem Schädling befallen war und auf diese Weise gerettet und als Baumaterial genutzt werden konnte. Der Ansatz war, umweltfreundlich zu bauen und weniger Beton zu verwenden. Sind 3D-gedruckte Häuser automatisch umweltfreundlicher?

Befallenes Eschenholz als Baumaterial

In den USA ist der Asiatische Eschenprachtkäfer eine große Bedrohung für einheimische Bäume und ganz besonders für Eschen. Der grüne Käfer mit dem glänzenden Körper sieht eigentlich ganz nett aus. Er hat aber schon 8,7 Milliarden amerikanische Bäume zerstört, weil seine Larven unter der Rinde Gänge in das Holz fressen. Die Bäume sterben ab, und ihr Holz verrottet dann einfach oder dient als Brennholz. Dadurch gelangt das darin gespeicherte CO2 aber wieder in die Atmosphäre.

Leslie Lok und Sasa Zivkovic vom Architekturbüro Hannah im Bundesstaat New York wollten deshalb einen Weg finden, die großen vorhandenen Mengen an befallenem Eschenholz als Baumaterial zu verwenden und damit das Klima zu schützen. Sie machten 3D-Scans von unregelmäßig geformten Eschenstämmen, die nicht für Standard-Bauprozesse in Frage kommen. Eine selbst gebauter Roboterarm schnitt dann die Stämme zu Brettern zu, bei denen die natürliche Form der Stämme erhalten blieb.

Die Betonteile stammen aus dem 3D-Drucker. Heraus kam die „Ashen Cabin“ – ein kleines Haus mit sanft geschwungenen Holzwänden und insgesamt neun ineinander verschränkten Betonteilen, darunter ein großer Schornstein. Das Haus steht auf vier großen prismenförmigen Betonfüßen. Ein Beton-Fundament konnten die Architekten dadurch vermeiden. Trotzdem ist die Struktur sehr stabil.

Wie 3D-gedruckte Häuser beim Klimaschutz helfen

Das Haus soll das Potential von nachhaltigem Baumaterial in Verbindung mit 3D-Druck zeigen. Das Ziel der Architekten war, so wenig Beton wie möglich zu verwenden, denn er gilt als sehr klimaschädliches Material. Das Problem ist vor allem der verwendete Zement, dessen Herstellung viel CO2 freisetzt. Weltweit suchen Forscher deshalb nach Wegen, um die Betonherstellung umweltfreundlicher zu machen.

Trotzdem kann 3D-Druck schon jetzt einen Beitrag für mehr Umweltschutz beim Bauen leisten, auch dort, wo es ohne Beton noch nicht geht. Denn der große Vorteil der Technologie ist, dass es keinen Materialverlust gibt, weil man keine Gussformen herstellen muss. Stattdessen lassen sich Bauteile aller Art individuell und passgenau direkt „ausdrucken“. Diese Art des Bauens wird deshalb immer beliebter: Das Häuschen aus Eschenholz ist zwar nur eine Studie, doch in den Niederlanden gibt es schon erste 3D-gedruckte Häuser, die bewohnbar sind. Und in Italien gibt es Architekten, die gerade Lehmhäuser aus dem 3D-Drucker drucken!3D gedrucktes Haus mit Holz und Beton

Dieser Beitrag wird Ihnen präsentiert von unserem langjährigen Druckpartner Print Pool, die nachhaltige Umweltdruckerei

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