Grünes Geld Öko-Tipps

Welche Möglichkeiten gibt es, Geld nachhaltig zu investieren?

Grüne Geldanlagen boomen, denn immer mehr Menschen wollen bei ihrer Geldanlage ökologische und soziale Unternehmen und Projekte fördern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten, Geld nachhaltig zu investieren.

Anleger finden Nachhaltigkeit wichtig

Eine Umfrage der Landesbank Baden-Württemberg im März 2021 zeigte, dass sieben von zehn Deutschen bei neuen Geldanlagen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Dabei machen sie sich offenbar keine Sorgen, weniger Rendite als mit einem klassischen Sparprodukt zu erzielen. Dieses alte Vorurteil ist ohnehin falsch: Inzwischen zeigen viele Studien, dass sich Nachhaltigkeit und Rendite bei der Geldanlage nicht gegenseitig ausschließen. Das Rendite-Risiko-Verhältnis von nachhaltigen Geldanlagen ist grundsätzlich nicht schlechter als bei herkömmlichen.

Zuerst die eigenen Erwartungen klären

Die ersten Schritte vor der Geldanlage sind immer dieselben, egal ob Sie konventionell oder nachhaltig investieren möchten. Legen Sie fest, was Ihr Bedarf ist: Wollen Sie lang- oder kurzfristig Geld anlegen? Können Sie für eine gewisse Zeit auf Ihr Geld verzichten oder soll es jederzeit verfügbar sein? Wie risikofreudig sind Sie? Und welche Rendite möchten Sie erzielen? Eine hohe Rendite geht immer auf Kosten von Verfügbarkeit oder Sicherheit, egal bei welcher Geldanlage. Ihre Geldanlage ist umso sicherer, je breiter sie investieren und je länger Sie Ihr Geld liegenlassen können.

Die Entscheidung für eine Geldanlage ist gerade für Anfänger und Anfängerinnen oft nicht leicht. Unabhängige Informationen dazu, wie Sie eine Anlage finden, die zu Ihren Wünschen und Ihrer Risikobereitschaft passt, bieten zum Beispiel Verbraucherzentralen.

Was bedeutet „nachhaltig“?

Der zweite wichtige Punkt beim grünen Investieren, über den Sie sich vorab Gedanken machen sollten, ist Ihre eigene Definition von Nachhaltigkeit. Einigkeit besteht meist darin, dass Nachhaltigkeit nicht nur die Ökologie meint, sondern auch ethische und soziale Fragen einschließt. Es gibt jedoch noch keine festen Kriterien, die eine Geldanlage erfüllen muss, um sich nachhaltig nennen zu dürfen.

Um das richtige nachhaltige Produkt zu finden, können folgende Überlegungen helfen:

– Sollen in meinen Investments hauptsächlich kontroverse Branchen und Themen wie Atomkraft, Waffen oder Menschenrechtsverletzungen ausgeschlossen sein oder wünsche ich mir strengere Nachhaltigkeitskriterien?

– Will ich mit meiner Geldanlage eine objektiv messbare Wirkung erzielen (Impact Investing)?

Ein einheitliches Nachhaltigkeits-Siegel oder feste Standards, die grüne Finanzprodukte miteinander vergleichbar machen, existieren wie gesagt bisher nicht. Es gibt jedoch bereits einzelne Anbieter: Für nachhaltige Aktienfonds vergibt das Forum Nachhaltige Geldanlagen das FNG-Siegel. Das Internetportal ECOreporter hat ebenfalls ein Siegel für Nachhaltige Geldanlagen in den Kategorien Banken, Finanzprodukte und Institutionelle Anleger entwickelt. Diese Siegel können eine gute Orientierungshilfe sein.

Einheitliche EU-Richtlinien sind in Arbeit

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit mit der sogenannten Taxonomie-Verordnung an einer einheitlichen und verbindlichen Definition von ökologischer Nachhaltigkeit. Auf dieser Grundlage können dann einheitliche Standards für grüne Anleihen und andere Finanzprodukte definiert werden.

Die ersten Schritte in diese Richtung gibt es bereits. Gemäß der neuen EU-Offenlegungsverordnung müssen Fondsanbieter seit März 2021 in jedem Fondsprospekt darüber informieren, ob ihr Fonds Nachhaltigkeitsrisiken überhaupt berücksichtigt. Sie müssen beispielsweise erklären, dass es den Wert eines Fonds negativ beeinflussen kann, wenn Unternehmen, die in ihm enthalten sind, sich nicht nachhaltig verhalten.

Voraussichtlich ab Anfang 2022 werden Fondsanbieter zusätzlich verpflichtet, ihre Produkte drei verschiedenen Kategorien zuzuordnen: Einfach ausgedrückt sind das die Kategorien „wenig, etwas und sehr nachhaltig“. Damit werden grüne Finanzprodukte für Verbraucher und Verbraucherinnen etwas transparenter und vergleichbarer.

Verschiedene Anlagestrategien bei nachhaltigen Geldanlagen

Warum ist es überhaupt so schwierig für Verbraucher, zu erkennen, wie nachhaltig ein Finanzprodukt ist? Das liegt daran, dass Finanzanbieter ganz unterschiedlich vorgehen, wenn sie entscheiden, welche Unternehmen beispielsweise in einem nachhaltigen Investmentfonds enthalten sein sollen.

Es gibt dabei mehrere Strategien. Zum Beispiel den Ansatz, bestimmte Unternehmen nach negativen Kriterien auszuschließen, etwa wenn sie mit Waffen handeln. Ein sehr verbreiteter Ansatz ist, anhand von ESG-Ratings zu entscheiden (dazu gleich mehr), oder nach dem Best-in-Class-Verfahren nur die besten Unternehmen einer bestimmten Branche auszuwählen. Möglich ist auch die Auswahl nach Positivkriterien wie dem Verzicht auf Kinderarbeit. Beim Impact Investing dagegen zählt der messbare positive Einfluss, weshalb es als die nachhaltigste aller nachhaltigen Investmentstrategien gilt.

Grundsätzlich erkennen Sie Produkte mit Nachhaltigkeitsanspruch an den Zusätzen „Sustainable“, „Green“, „Klima“ „Socially Responsible“ oder an den Kürzeln „ESG“ oder „SRI“.

Die ESG-Kriterien (Enviromental, Social, Governance)

Anhand der ESG-Kriterien wird die Nachhaltigkeit eines Unternehmens mit einem Rating ausgedrückt. Hinter dem Kürzel ESG verbergen sich die Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

Zu „Umwelt“ zählen beispielsweise Maßnahmen für den Klimaschutz, der Umgang mit Ressourcen, die Müllvermeidung eines Unternehmens und so weiter. Zu „Soziales“ gehören ein fairer Umgang eines Unternehmens mit seinen Arbeitskräften, eine gute Bezahlung oder Maßnahmen für Gesundheit und Sicherheit. Unter „Unternehmensführung“ fallen Faktoren wie Korruptionsvermeidung.

Die ESG-Ratings werden zum Beispiel von Ratingagenturen vergeben, die normalerweise die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen bewerten. Leider sind die Ratings kaum vergleichbar, weil jeder, der sie vergibt, nach seinem eigenen System vorgeht. Grundlage für die Bewertung sind Informationen, die Unternehmen öffentlich bereitstellen, zum Beispiel in Unternehmens- oder Nachhaltigkeitsberichten, Medien und Interviews. Wie diese jedoch gewichtet werden und was überhaupt einfließt, ist nicht geregelt. Deshalb kann ein Unternehmen von verschiedenen Ratingagenturen teils stark abweichende ESG-Ratings erhalten. Wie diese zustande gekommen sind, ist besonders für Privatanleger nur mit viel Aufwand überprüfbar.

Alles nur Greenwashing?

Fonds, die auf Basis von ESG-Ratings gebildet werden, können Sie zum Beispiel an den Zusätzen „ESG“, „ESG Screened“ oder „Enhanced“ erkennen. Die Vorgehensweise der Anbieter ist dabei unterschiedlich: Ein Ansatz ist, wieder nur die Unternehmen mit dem höchsten ESG-Rating einer Branche oder eines Aktienindex aufzunehmen (Best in Class). Oder es werden Unternehmen ausgeschlossen, die in kontroversen Branchen wie Tabak, Waffen oder Atomkraft tätig sind. Dieses Vorgehen ist vor allem bei Indexfonds üblich, sogenannten ETFs. Das hat vielen Anbietern den Vorwurf des Greenwashing eingebracht, denn schließlich trägt dieses Vorgehen nichts dazu bei, die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Artikel „Grüne ETFs – wie grün sind nachhaltige ETFs wirklich?“

SRI (Socially Responsible Investment)

Ähnliches gilt auch für Produkte mit dem Zusatz „SRI“, mit dem Unterschied, dass „Socially Responsible Investment“ mit strengeren Kriterien noch einen Schritt weiter geht. Beispielsweise sind bei SRI weitere Geschäftsmodelle ausgeschlossen, zum Beispiel mit gentechnisch veränderten Organismen.

Impact Investing

Mit Impact Investing sind Investitionen gemeint, die neben der Rendite zusätzlich eine messbare ökologische und soziale Wirkung versprechen. Anleger und Anlegerinnen investieren gezielt in bestimmte Projekte, und werden darüber informiert, welchen Nutzen das Projekt erzielt hat. Deshalb gilt Impact Investing als die grünste aller grünen Anlageformen. Denn das investierte Geld fließt direkt in das entsprechende Projekt.

Mit Impact Investing können Anleger konkret dazu beitragen, gesellschaftliche und ökologische Probleme zu lösen. Meist geht es dabei um eins oder mehrere der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (etwa die Hungerbekämpfung oder die Bewahrung der Biodiversität). Messbare Kennzahlen für den erzielten Nutzen können etwa die Liter an eingespartem Wasser durch ein Projekt sein, die Hektar neuer Bio-Fläche in der Landwirtschaft, der produzierte Ökostrom in Megawatt, oder die Anzahl der Schüler und Schülerinnen an einer neu gebauten Schule.

Das Schwierige an diesem Konzept ist, dass es noch nicht viele Projekte gibt, die die hohen Anforderungen erfüllen und auch noch Rendite erwirtschaften. Zudem lässt sich der Nutzen eines Projekts nicht immer objektiv messen. Auch der Begriff Impact Investing ist nicht geschützt, so dass auch hier die Gefahr des Greenwashings besteht. Denn um eine echte Wirkung zu erzielen, muss das investierte Geld einem Unternehmen oder Projekt zusätzlich zufließen. Bereits ausgegebene Aktien oder Anleihen erfüllen dieses Kriterium nicht.

Zum Impact Investing gehören deshalb nur bestimmte Anlagen. Für Privatanleger kommen Direktbeteiligungen, Crowdinvesting, Mikrofinanzfonds oder Green Bonds in Frage. Inzwischen gibt es auch nachhaltige Banken, die Fonds für Impact Investing anbieten. Ähnlich wie bei Aktien fassen sie zum Beispiel nachhaltige Projekte in einem Fonds zusammen. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Nachhaltig investieren: Grüne Geldanlagen im Detail

Diese Möglichkeiten zum grünen Investieren schauen wir uns in diesem Kapitel an:

– Einzelaktien
– Investmentfonds
– Anleihen / Green Bonds, Social Bonds
– Direktbeteiligungen-
– Mikrofinanzfonds
– Crowdinvesting
– Tagesgeld, Festgeld
– Einzelaktien

Wenn Sie an der Börse Einzelaktien kaufen, kaufen Sie Anteile an einem bestimmten Unternehmen. Sie können Ihr Geld also zum Beispiel gezielt in ein Windkraftunternehmen stecken, wenn Sie davon ausgehen, dass sich dieses Unternehmen positiv entwickeln wird und die Aktien im Wert steigen. Wichtig dabei ist aber: Das Unternehmen selbst bekommt nur einmalig Geld, nämlich wenn es an die Börse geht. Jeder Handel danach spielt sich nur zwischen Anlegern ab. Sie unterstützen das Unternehmen mit Ihrem Aktienkauf also nur indirekt: Durch eine bessere Reputation und mehr Aufträge.

Wenn Sie Einzelaktien kaufen, sollten Sie nicht nur auf einige wenige Unternehmen setzen, sondern Ihre Anlage möglichst breit streuen (Diversifikation). Das bedeutet, in verschiedene Branchen und Märkte zu investieren, um Verluste in einem Bereich ausgleichen zu können. Bei Aktien ist immer eine langfristige Anlage sinnvoll, um nicht zu einer ungünstigen Zeit mit Verlust verkaufen zu müssen. Die Börsenkurse können zwar teils stark schwanken und es gab in der Vergangenheit immer wieder größere Crashs. Auf lange Sicht haben sich die Aktienmärkte aber immer erholt.

Einfacher, günstiger und weniger riskant ist es, in einen Fonds zu investieren, in dem viele nachhaltige Unternehmen oder Projekte gebündelt sind. Damit ist automatisch das Risiko gestreut und man ist weniger abhängig von der Entwicklung von einzelnen Aktien.

Nachhaltige Investmentfonds

Nachhaltige Fonds sind Aktienpakete, die nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien zusammengestellt werden. Im Gegensatz zu Einzelaktien kaufen Sie hier Anteile von mehreren Unternehmen oder investieren in mehrere Projekte gleichzeitig. Wie risikoreich das Investment in einen Fonds ist, hängt stark von den enthaltenen Wertpapieren ab. Über nachhaltige Investmentfonds können sie gezielt in erneuerbare Energien und Klimaschutzprojekte, ökologische Land- und Forstwirtschaft, sauberes Wasser, Bildung oder umweltfreundliche Mobilität investieren.

Zur Auswahl stehen aktiv gemanagte Fonds und passive Indexfonds wie ETFs. Beides sind Produkte für eine langfristige Anlage.

Aktiv gemanagte Investmentfonds

Hier stellt ein Fondsmanager die Aktien nach bestimmten Kriterien zusammen und kümmert sich aktiv um das Fondsmanagement. Er verkauft also bei Bedarf Aktien und kauft andere hinzu. Wenn Sie kein Interesse daran haben, selbst in Einzelaktien zu investieren oder nicht die Zeit haben, einen nachhaltigen Investmentansatz über Einzelaktien zu verfolgen, können Sie über Fonds die Entscheidung einem Fondsmanager überlassen.

Sie sollten allerdings genau prüfen, welche Kriterien ein Fondsanbieter anwendet und ob diese dem entspricht, was Ihnen wichtig ist. Manchmal sind in einem nachhaltigen Fonds nur bestimmte Branchen (etwa Erneuerbare Energien) enthalten. Andere Fonds investieren breiter in viele Branchen und Regionen, achten dabei aber auf bestimmte Nachhaltigkeitskriterien. Hier kommen oft wieder die ESG-Kriterien ins Spiel.

Viele Fonds orientieren sich auch an Nachhaltigkeitsindizes wie dem Dow Jones Sustainability Index (DJSI), der nach dem Best in Class-Ansatz 300 vor allem amerikanische Aktiengesellschaften bündelt. Der Natur-Aktien-Index (NAI) dagegen verspricht besonders konsequente Kriterien. Er umfasst 30 internationale Unternehmen, die nach Positiv- und Negativkriterien ausgewählt werden. Diese müssen einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Lösung zentraler Probleme leisten, wie z.B. Armutsbekämpfung oder ökologische Landwirtschaft, um in den Index aufgenommen zu werden.

Eine gute Orientierung speziell für die Wahl eines nachhaltigen Fonds bietet das FNG-Siegel, das vom Forum Nachhaltige Geldanlagen entwickelt wurde. Es prüft und zertifiziert nachhaltige Fonds nach festen Kriterien, die mit Experten und Expertinnen aus der Finanzbranche und von Sozial- und Umweltorganisationen erarbeitet wurden. Je nach Bewertung erhält ein nachhaltiger Fonds Sterne, wobei drei Sterne die beste Bewertung sind.

Die Auswahl an nachhaltigen Fonds ist inzwischen groß. Die Nachhaltigkeitsbank Triodos wirbt für ihre Impact Fonds mit einem besonders strengen Auswahl- und Überwachungsprozess. Lesen Sie dazu auch den Artikel Impact Investing ist eine Liga für sich“ .

In viele Fonds können Sie feste Summen oder über Sparpläne eine feste monatliche Rate investieren. Für das Fondsmanagement fällt eine Gebühr für Anleger und Anlegerinnen an, die jährlich bis zu 2 Prozent der Anlagesumme betragen kann. Je nach Fonds können noch andere Gebühren hinzukommen. Die genauen Kosten können Sie im Fondsprospekt einsehen.

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Passive Investmentfonds (ETFs)

ETF steht für „Exchange Traded Fund“, also börsengehandelter Indexfonds. Auch hier kaufen Sie Aktien vieler unterschiedlicher Unternehmen auf einmal. ETFs bilden in ihrer Zusammensetzung immer einen Index nach und werden im Gegensatz zu aktiven Fonds nicht von einem Fondsmanager betreut. Deshalb liegen die anfallenden Gebühren meist weit unter 0,5 Prozent pro Jahr. Weil ETFs einfach und günstig sind, werden sie bei Anlegern und Anlegerinnen immer beliebter.

In nachhaltigen ETFs sollen ausschließlich Unternehmen enthalten sein, die besonders nachhaltig wirtschaften – so das Versprechen. Doch hier muss man beim Thema Nachhaltigkeit gewisse Abstriche machen, auch wenn es inzwischen sehr viele ETFs gibt, die mit dem Label „nachhaltig“ werben.

Anleihen (Green Bonds, Social Bonds)

Anleihen, auch Bonds oder Rentenpapiere genannt, sind festverzinsliche Wertpapiere. Sie werden von Staaten, Ländern oder Unternehmen ausgegeben. Anleihen haben eine vorher festgelegte feste Verzinsung und Laufzeit. Bei den meisten Anleihen gilt: Sie sind weniger risikobehaftet als Aktien, aber auch weniger ertragreich. Je schlechter allerdings die Bonität des ausgebenden Unternehmens ist, desto höher das Risiko, aber auch die Rendite.

Sogenannte Green Bonds sind grüne Anleihen und finanzieren direkt und ausschließlich ökologische Projekte. Social Bonds sind das eher gesellschaftlich ausgerichtete Pendant. Das Risiko von solchen Anleihen ist übrigens nicht davon abhängig, ob das jeweilige Projekt gelingt, sondern von der Bonität des dahinterstehenden Emittenten. Auch die EU gibt mittlerweile Green Bonds aus, wobei eine offizielle Richtlinie, wie sich „grün“ definiert, wie bereits erwähnt noch aussteht.

Direktbeteiligungen

Bei einer Direktbeteiligung erwerben Sie Unternehmensanteile oder beteiligen sich an einem ökologischen oder sozialen Projekt, meist über einen längeren Zeitraum. Sie erhalten Ihr Kapital samt Zinsen zurück, wenn das Projekt erfolgreich ist. Für Unternehmen sind Direktbeteiligungen eine Möglichkeit, sich außerhalb des regulierten Börsenmarktes Kapital zu beschaffen. Im Gegensatz zu Aktien, die Sie in der Regel an der Börse einem anderen Anleger abkaufen, fließt das Geld auch bei Direktbeteiligungen direkt an das jeweilige Unternehmen.

Solche Beteiligungen können sehr rentabel sein, sind aber auch sehr riskant. Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust, da es sich häufig um Start-ups handelt, die noch nicht etabliert sind. Deshalb sollte das Projekt vor dem Investment sorgfältig geprüft werden und der Anteil am gesamten Portfolio nur so hoch sein, dass ein Totalverlust des Geldes zu verschmerzen ist. Der Vorteil von Direktbeteiligungen ist die hohe Transparenz – man weiß genau, was das Unternehmen mit dem Geld vorhat.

Mikrofinanzfonds

Mikrofinanzfonds verwenden das Geld ihrer Anleger und vergeben damit Mikrokredite in armen Gegenden der Welt. Zum Beispiel an Kleinstunternehmer, die sich mit dem Geld eine wirtschaftliche Existenz aufbauen wollen, um damit aus der Armut herauszukommen. Vor Ort ist ein Mikrofinanzinstitut zwischengeschaltet, welches das Geld zu den Kunden bringt. In der Regel arbeitet ein Mikrofinanzfonds mit vielen verschiedenen Mikrofinanzinstituten zusammen, so dass sich das Risiko verteilt. Mikrofinanzfonds gelten deshalb als vergleichsweise sichere Form der Geldanlage. Zudem ist die Rückzahlungsquote der Kreditnehmer und Kreditnehmerinnen sehr gut. Mikrofinanzfonds sind eine soziale Anlage, weil sie für viele Menschen die einzige Chance, sich aus eigener Kraft aus der Armut zu befreien.

Nachhaltig investieren mit Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting beteiligen sich viele Kleinanleger und -Anlegerinnen an einem Projekt. Das läuft über spezielle Plattformen wie Econeers oder Bettervest, wo Investoren und Investorinnen schon ab 250 bzw. 50 Euro in nachhaltige Projekte oder Klimaschutz investieren können. Auch hier ist das Risiko hoch, aber auch die Transparenz. In unserem Artikel Die Macht der Masse: So funktioniert nachhaltiges Investieren mit der Crowd haben wir in Kooperation mit Econeers ausführliche Informationen zusammengestellt.

Tagesgeld und Festgeld

Die sichersten Anlageformen sind Tagesgeldkonten oder Festgeldprodukte, die auch von nachhaltigen Banken angeboten werden. Beim Tagesgeldkonto ist das Geld jederzeit verfügbar, während Sie beim Festgeld Ihr Geld für eine vorher festgelegte Laufzeit anlegen. Aktuell sind die Zinsen bei beiden Produkten sehr niedrig. Sie eignen sich aber für den Teil der Geldanlage, für den Sie keinerlei Risiko eingehen wollen.

Geld nachhaltig investieren – Wie fange ich an?

Um zu investieren, brauchen Sie ein Depot. Über dieses spezielle Konto können Sie Aktien, Fonds und andere Produkte erwerben. Sie können Ihr Depot direkt bei einer nachhaltigen Bank wie Triodos, der Umweltbank, der Ethikbank oder GLS eröffnen. Bei diesen Banken können Sie gleichzeitig sicher sein, dass nicht nur Ihre Geldanlage nachhaltig ist, sondern das gesamte Geschäftsmodell der Bank. Auch die eigene Hausbank oder Online-Banken sind eine Möglichkeit, doch Sie sollten vorher abklären, welches Angebot diese an nachhaltigen Fonds oder ETFs bieten. Für den Handel mit Aktien gibt es auch sogenannte Neobroker wie Trade Republic oder Smartbroker, die den einfachen und schnellen Handel per Smartphone ermöglichen.

Fazit

Fazit: Noch ist es für Privatanleger nicht so einfach, sich im Dschungel der nachhaltigen Geldanlagen zurechtzufinden, weil einheitliche Standards fehlen. Grundsätzlich positiv ist aber, dass sich immer mehr Unternehmen nachhaltig ausrichten, wodurch auch Geldanlagen nachhaltiger werden. Noch ist der Finanzsektor anfällig für Greenwashing, doch die geplante EU-Taxonomie sollte sich bei Transparenz und Einheitlichkeit auch für private Anleger positiv auswirken.

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