Öko-Tipps

Indoor-Garten-Design – 7 Tipps für ein grünes Zuhause

Auch wenn sich jetzt viele Instagram-Accounts mit Pflanzenbildern füllen: Die Wohnungsbegrünung ist viel mehr als ein Hype. Der Indoor-Garten wird zunehmend fester Bestandteil eines nachhaltigen, urbanen Lebensstils. Es gibt viele gute Argumente für das grüne Zuhause: Die Pflanzen sorgen für ein gesundes Raumklima, für eine lebendigere Innengestaltung und für gute Laune. Es ist mehrfach nachgewiesen, dass eine grüne Umgebung sich positiv auf das Gemüt auswirkt. Der grüne Daumen kann zuhause auch richtig Spaß machen. Wir teilen hier einige wertvolle und inspirierende Tipps für die Gestaltung und Pflege des Indoor-Gartens.

Beitragsbild: Modell und Umweltaktivistin Summer Rayne Oaks

  1. Das Zuhause als Indoor-Gemüsegarten

Immer mehr Menschen wählen für das Zuhause Pflanzen, die bei der eigenen Lebensmittelversorgung nützlich sind. Am einfachsten und weitverbreitetsten ist der Anbau von Kräutern, Kresse und Sprossen. Dabei sollte man durchaus beachten, dass man nicht alle Kräuter und Pflanzen zusammensteckt: Nicht alle Sorten vertragen sich. Schnittlauch und Petersilie oder auch Radieschen und Gurken können sich nicht leiden.

Der Anbau von Salat, Obst und Gemüse auf dem Fensterbrett oder im Wintergarten ist, wenn richtig gemacht, eine wunderbare Möglichkeit für engagierte Heimgärtner. Für besonders engagierte Indoor-Gärtner gibt es tolle Anlagen für vertikale Indoor-Gärten oder auch Hydroponik-Systeme, bei denen die Pflanzen nicht in der Erde, sondern im Wasser leben. Wer es einfacher halten möchte, kann sich aber auch auf Kräutertöpfe und Kresseschalen beschränken.

Sie sollten sich über die Bedürfnisse der Kräuter und Pflanzen vorab gut informieren, damit die Ernte zuhause auch gelingt. Manche Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie brauchen viel Licht und gedeihen ganz gut am südlich gelegenen Fenster. Salat braucht ausreichend Platz zum Wachsen, viele Gemüsesorten brauchen tiefere Töpfe oder Pflanzenkübel, um richtig wachsen zu können. Auch eine richtige und ökologische Vorsorge gegen Schädlinge kann für eine gelungene Ernte zuhause wesentlich sein.

  1. Topf sucht Pflanze – die passenden Pflanzkübel wählen

Der passende Pflanzentopf macht den entscheidenden Unterschied: Die optische Wirkung macht gerade bei der Innengestaltung des Wohnraums viel aus, und auch für die Pflanze ist es überlebenswichtig, in den richtigen Topf gesetzt zu werden. Manche Pflanzen brauchen mehr Platz oder besonders tiefe Töpfe, damit ihre Wurzeln gut wachsen können. Einige Pflanzenkübel können mehr als nur herumstehen: Es gibt sogar Pflanzkübel mit integriertem Bewässerungssystem.

Ein Topf muss gut aussehen. Dafür gibt es ganz modische und stilvolle Übertöpfe, oder auch ganz schlichte Pflanzenkübel und Gefäße wie die von Pflanzwerk. Große Pflanzkübel können auch als Raumteiler wunderbar zum Einsatz kommen.

  1. Auf die richtige Pflanze und Pflanzenpflege kommt es an

Bei der Pflanzenwahl ist es wie bei der Partnerwahl: Nicht alles klappt. Die Chemie muss stimmen und das Äußere spielt eine Rolle, aber auch bei der Pflanze kommt es auf das Innere an. Machen Sie sich also vorab Gedanken, welche Pflanzen gut zu Ihnen und Ihrem Wohnraum passen können, und was für Anforderungen und Wünsche Sie an Ihre Pflanzen haben. So vermeiden Sie, dass es später zu Enttäuschungen kommt.

Pflegeleichte Zimmerpflanzen: Wenn Sie Ihren Pflanzen nicht allzu viel Aufmerksamkeit geben möchten oder können, dann wählen Sie am besten besonders robuste und pflegeleichte Pflanzen, die wenig Wasser und Licht benötigen. Pflegeleichte Zimmerpflanzen sind zum Beispiel der Kaktus, die Yucca-Palme oder der Drachenbaum.

Luftreinigende Pflanzen: Pflanzen sorgen für ein gutes Raumklima. Es gibt einige Pflanzen, die die Luftqualität im Raum merklich verbessern, wie zum Beispiel Bogenhanf und Einblatt.

Flower Power: Sehr beliebt sind Pflanzen, die blühen. Blumen haben einen nachweislich positiven Einfluss auf das Gemüt, und blühende Zimmerpflanzen sind eine durchaus nachhaltige Alternative zum Blumenstrauß. Blume ist aber nicht gleich Blume: So einige Blumen sind auch verwertbar oder essbar oder gelten als Heilpflanze. Die wunderschönen Blüten des Hibiskus zum Beispiel sind reich an Vitamin C und können für Tees aber auch im Salat Einsatz finden.

Wenn Sie feststellen sollten, dass die Pflanze bei Ihnen zuhause nicht richtig aufgehoben ist, bemühen Sie sich dann rechtzeitig um ein neues Zuhause. Das ist ökologisch sinnvoll und immerhin sind auch Pflanzen Lebewesen. In einigen Großstädten gibt es dafür sogar sogenannte „Plant Swaps“ (Pflanzentauschbörsen).

Summer Rayne Oaks, amerikanisches Model und Umweltaktivistin, hat sich ganz auf ihre Indoor-Gärten gestürzt, hütet in ihrer New Yorker Wohnung mittlerweile über 1000 Pflanzen und teilt auf YouTube ihre Indoor-Garten-Tipps. Wir führten bereits ein exklusives Interview mit ihr.

Modell und Umweltaktivistin Summer Rayne Oaks

  1. Dünger aus der Wurmkiste oder vom Fisch

Auch Pflanzen brauchen gelegentlich Futter. Ganz essentiell ist es, auf Chemiedünger zu verzichten. Denn der ist alles andere als ökologisch und kann unter Umständen auch schädlich für Haustiere und Ihre Gesundheit sein. Falls Sie Pflanzendünger kaufen, wählen Sie am besten ein anerkanntes Biosiegel.

Eigentlich können Sie auch ganz auf gekauften Dünger verzichten, wenn Sie sich eine Wurmkiste besorgen. Sie können in der Wurmkiste einen Teil ihres Küchenabfalls entsorgen und bekommen von den Würmern ganz nahrhafte Erde für Ihre Pflanzen zurück.

Auch Hausmittel können für die Pflanzen nährend oder nützlich sein. Manche Pflanzen lieben Kaffeesatz – das „schwarze Gold“ hilft auch gegen Larven und Blattläuse. Zimt hilft gegen Schädlinge und Pilze.

Für fortgeschrittene und experimentierfreudige Indoor-Gärtner gibt es auch die Möglichkeit, mittels Aquaponik die Pflanzen zu ernähren. In diesem System versorgen die Fische die Pflanzen mit Nährstoffen, und die Pflanzen die Fische. Es gibt mittlerweile eine ganze Szene von Selbermachern, die mit Heim-Aquaponikanlagen experimentieren und dieser Technik wird für die zukünftige, lokale Ernährung im urbanen Raum großes Potential zugeschrieben.

  1. Minigarten im Glas

Der Minigarten im Glas liegt voll im Trend und das nicht ohne Grund: Er sieht toll aus und braucht wenig Pflege. In einem Glas wird ein ganzes Ökosystem in Miniaturform geschaffen, wobei die Pflanzen sich größtenteils selbst versorgen. Der Garten im Glas, auch Flaschengarten genannt, ist ein tolles Projekt zum Selbermachen. Nur am Anfang braucht der Minigarten ein wenig Pflege, bis er sich sein eigenes Klima erschaffen hat.

Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten für einen Garten im Glas. Im Garten entsteht ein eigener Wasserkreislauf, die Pflanzen müssen also nicht mehr mit Wasser versorgt werden. So ein Glasgarten ist ideal also für alle, die sich nicht regelmäßig um ihre Pflanzen kümmern können. Der offene Glasgarten braucht gelegentlich ein wenig Wasser.

Die Pflanze im Glas (Glasflasche oder Weckglas) ist die einfachste Form dieses Systems. Auch hier gibt es durchaus kreative Ansätze. Die selbstwässernde Flasche von Side by Side steht in einer abgeschnittenen Weinflasche.

Indoor Garden Tipps - Self Watering Bottle von Side by Side

Self Watering Bottle von Side by Side

  1. Das smarte Indoor-Gewächshaus

Nachhaltiger Anbau trifft dabei auf smarte Technik beim smarten Indoor-Gewächshaus. Smarte Systeme ermöglichen es, in Haushalten selbst Nahrungsmittel zu produzieren. In den technologisch optimierten Gewächshäusern wachsen Superfoods, Sprossen, Salate oder gar Gemüse.

Mittlerweile gibt es so einige smarte Indoor-Gewächshäuser auf dem Markt, die das Gärtnern zuhause erleichtern können. Sie nutzen LED-Beleuchtung, hydroponische Bewässerungstechnik oder auch Sensoren, um einen optimalen Ertrag zu gewährleisten. Es gibt aber auch zahlreiche Open-Source-Anleitungen im Netz, um solche smarten Systeme für den Indoor-Garten selber zu bauen. Achten Sie auf jeden Fall darauf, nur biologisches Saatgut oder biologische Basisstoffe zu nutzen und auf Chemikalien zu verzichten.

  1. Indoor-Garten-Wohntrends und Pflanzen-Deko

Zimmerpflanzen und Indoor-Gärten sind fester Bestandteil eines nachhaltigen Interior-Designs. Die Pflanze als Stil- und Deko-Element ist schon so alt wie die Wohnungseinrichtung selbst. Ob Bonsaibaum, Palme oder Orchidee – die Pflanze trägt erheblich zur stilvollen, grünen Wohnungseinrichtung bei. Um die Pflanzen als Deko weiter aufzuwerten, gibt es verschiedene kreative Ansätze. Schon seit einiger Zeit sehr angesagt sind Pflanzentöpfe in Makramee-Hängern. Auch Pflanzen-Deko wie die Plant Animals von Another Studio sind sehr beliebt, um die grünen Hausgenossen aufzuschmücken. Zur Weihnachts- und Osterzeit lassen sich die Zimmerpflanzen wunderbar schmücken.

Indoor Garten Tipps - Plant Animal - Gottesanbeterin

Plant Animal (Gottesanbeterin) von Another Studio

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alles, was Sie wissen müssen

Jetzt kostenlos abonnieren und 5% Rabatt sichern!

Das Lilli Green Magazin berichtet regelmäßig über nachhaltiges Design aus aller Welt. Im monatlichen Magazin-Abo erhalten Sie die besten Artikel und Interviews rund um Nachhaltigkeit und Design, sowie exklusive Neuigkeiten, Angebote und Verlosungen aus dem Lilli Green Shop. Als Mitglied der Lilli Green Community erhalten Sie außerdem 5% Rabatt auf das reguläre Shopsortiment!