Pilze statt Plastik! Dieser Fahrradhelm-Prototyp wächst aus Myzel und Heu und soll nach Angaben der Entwickler:innen vollständig kompostierbar sein. Die Idee hinter ‚Grow it Yourself‘ stammt vom Designstudio NOS aus Mexiko und lotet aus, wie sich ein erdölbasierter Kunststoffschaum durch ein gewachsenes Material ersetzen lässt.
Die Geheimwaffe gegen Plastik
Pilze spielen bei der Suche nach Plastik-Alternativen eine immer größere Rolle. Myzelien sind die fadenförmigen Zellen der Pilze, die sich im Boden ausbreiten und nicht sichtbar sind. Sie lassen sich zu kompostierbaren Verpackungen oder zu Kleidung verarbeiten und können sogar als Baumaterial verwendet werden. Ihre geflechtartige Struktur dient als natürlicher Kleber.


Design: NOS Design & Agustin Otegui -in Kooperation mit Diego Mata und Polybion
Nachhaltiger Fahrradhelm aus Polymerschaum auf Pilzbasis
Der Fahrradhelm von NOS Design besteht aus diesen Myzelien und Heu. Die Designer entwickelten die Idee gemeinsam mit Polybion, einem Unternehmen, das auf Basis von Myzelien einen natürlichen Polymerschaum herstellt. Der pilzbasierte Schaum wurde als Alternative zu herkömmlichem Kunststoffschaum auf Erdölbasis entwickelt. NOS beschreibt das Material als feuerfest, kostengünstig und stoßfest. Beim Helm handelte es sich allerdings um einen Prototyp. Nach Angaben der Entwickler:innen soll sich das Material unter geeigneten Kompostierbedingungen innerhalb eines Monats zersetzen.
Ideal auch für Kinder
Die Designer haben mit ihrem nachhaltigen Fahrradhelm alle umweltbewussten Nutzer, aber auch besonders Kinder im Blick. Die wachsen schließlich aus Kleidung und damit auch aus Fahrradhelmen schnell wieder heraus. Die Idee dahinter: Gerade bei Kindern, die aus einem Helm herauswachsen, könnte ein Material auf Myzelbasis den Einsatz konventioneller Kunststoffschäume reduzieren. Auch für Menschen, die sich nur ab und zu ein Leihrad mieten, wäre so ein kompostierbarer Fahrradhelm ideal. Bisher gibt es ihn nur als Prototyp. Denkbar ist, dass er einmal als Anbauset zu haben ist, so dass ihn sich jeder direkt im eigenen Garten oder auf dem Balkon „anbauen“ kann.

Es wird spannend, welche Produkte aus Pilzen künftig zu unserem Alltag gehören werden. Vor allem für Verpackungen haben Myzelien großes Potenzial, doch auch als Baumaterial oder für Möbel werden sie bereits eingesetzt. Auch die NASA setzt auf die Alleskönner und untersucht, ob Myzelien künftig auf dem Mond oder Mars als Baumaterial dienen können.