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Mülltrennung – Was passiert eigentlich mit unserem Plastikmüll?

Mülltrennung gilt als typisch deutsch, schließlich wurde der Grüne Punkt in Deutschland erfunden. Doch gleichzeitig halten wir einen traurigen Rekord. Deutschland produziert europaweit den meisten Verpackungsmüll, laut Umweltbundesamt 18,16 Millionen Tonnen im Jahr 2016, mit steigender Tendenz. Doch was passiert mit unserem Plastikmüll, nachdem wir ihn in die Gelbe Tonne entsorgt haben?

Beitragsbild: August Binu (cc 2.0)

Von den 18,16 Millionen Tonnen Plastikmüll, der 2016 in Deutschland anfiel, stammten 5,5 Millionen aus Privathaushalten. Pro Person macht das 220 Kilogramm Verpackungsmüll, weit mehr als der EU-Schnitt. Das meiste davon ist übrigens Papier – Plastik und Kunststoffe machen „nur“ 3,1 Millionen Tonnen des Verpackungsmülls aus. Dennoch sind sie ein viel größeres Problem, weil sie nicht so leicht zu recyceln sind wie Papier.

Mülltrennung: Gelbe Tonne – und dann?

Viele beruhigen sich mit dem Gedanken, dass der Müll in Deutschland ja vorbildlich recycelt wird – doch das ist leider nur die halbe Wahrheit. Nur 50 Prozent aller Kunststoffe werden in Deutschland überhaupt recycelt, der Rest wird „energetisch wiederverwendet“, im Klartext: verbrannt, wobei Strom und Wärme entstehen.

Und auch die Recycling-Quote von 50 Prozent ist geschönt. Denn als recycelt gilt Plastikmüll bereits dann, wenn er „stofflich verwertet“ wird. Dazu gehört auch der Export ins Ausland. Eine gute Million Tonnen Plastikmüll verkauft Deutschland jedes Jahr an Länder wie Malaysia, Indien oder Indonesien (Quelle: Nabu). Eigentlich ist das nur erlaubt, wenn sichergestellt ist, dass der Müll dort nach EU-Standards recycelt wird. In Wahrheit landet der Müll aber auch auf illegalen Deponien und letztendlich im Meer. Bis Ende 2017 gingen übrigens 56 Prozent des weltweiten Plastikmülls nach China. Das Land hat diese Importe allerdings inzwischen gestoppt.

Was passiert mit unserem Plastikmuell? Oft landet es in Asien

Bild: UN Photo / Martine Perret

Warum ist die Recyclingquote überhaupt so schlecht? Das liegt daran, dass Kunststoff nicht gleich Kunststoff ist. Nur sortenreine Kunststoffe lassen sich aber gut recyceln. Verpackungen, die aus mehreren Kunststoffen bestehen, lassen sich schlecht wieder trennen, was das Recycling erschwert. Wurstpackungen etwa können aus fünf verschiedenen Schichten von Kunststoff bestehen, die sich nicht wieder voneinander lösen lassen. Oder Joghurtbecher: Diese wandern schon dann in die Verbrennung, wenn auch nur ein kleiner Rest des Aludeckels noch dran ist. Das Problem ist, dass beim Design von Verpackungen das Thema Recycling oft noch nicht mitgedacht wird.

Tipps für ein Leben mit weniger Plastikmüll

Das Umweltbewusstsein bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen wächst zwar. Leider wächst auch die Menge des Verpackungsmülls immer weiter. Verantwortlich ist unter anderem der Trend zu kleinen Portionen, zu immer mehr Online-Käufen und auch zu aufwendigereren Verpackungen. Hier hilft also nur: Plastikmüll wo es geht vermeiden. Egal ob ein plastikfreies Bad, eine nachhaltige Packliste, Zero Waste auf Reisen oder nachhaltige plastikfreie Trinkflaschen: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Plastikmüll zu reduzieren. Fangen wir einfach an!

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