Über Lilli Green

Tiny House von Wohnwagon

Solar-Autarkie für Tiny Houses und Eigenheime: So geht‘s!

Vom Wohnen im Tiny House erhoffen sich die meisten ein nachhaltiges und unabhängiges Leben. Dabei kommt natürlich sofort die Frage nach der richtigen Stromversorgung auf. Sehr naheliegend ist die Versorgung über Solarenergie – Solaranlage aufs Dach und fertig. Oder? Autarkie mit Solarstrom im Tiny House, geht das so einfach?

Entscheidend sind eigene Bedürfnisse und der Standort

Die Frage, ob man im Tiny House stromautark oder überhaupt autark leben kann, hängt stark von den individuellen Bedürfnissen ab. Wenn ihr das ganze Jahr über in eurem Tiny House leben und euch mit Solarstrom versorgen wollt, braucht ihr zusätzlich zur Anlage auf jeden Fall einen Stromspeicher. Solarstrom, den ihr nicht sofort verbraucht, wird dann zwischengespeichert und versorgt euch, wenn die Sonne nicht scheint. Zu bedenken ist aber, dass so ein Speicher je nach Größe mehrere hundert Kilo wiegen kann. Je mehr Komfort ihr in eurem Tiny House wollt und je mehr Strom ihr verbraucht, desto größer – und teurer – müssen am Ende eure Solaranlage und der Speicher ausfallen. Dabei stößt man im Tiny House naturgemäß schnell an Grenzen. Die Minihäuser haben eben keine so große Dachfläche wie ein großes Einfamilienhaus. Je kleiner die Dachfläche, desto weniger lohnt sich aber die Investition in eine eigene Solaranlage mit Speicher, weil dann umso mehr Netzstrom zugekauft werden muss. Ökologisch kann das trotzdem sein, wenn man sich einen echten Ökostromanbieter aussucht. Wichtig ist auch der Standort des Tiny House, schließlich gibt es im Hinblick auf Wetter und Sonneneinstrahlung regionale Unterschiede.

Ohne Anpassungen beim Lebensstil geht es nicht (ganz)

Ist echte Autarkie also eher etwas für etwas größere, feststehende Tiny Houses? Nicht unbedingt, wie ein Blick auf das Angebot von Wohnwagon zeigt. Das österreichische Start-up stellt mobile Wohnwagen aus natürlichen Materialien her, die auf Wunsch auch völlig autark sind. Der Strom stammt aus Solarenergie: Eine Solaranlage mit 3 Kilowattpeak Leistung wird von einem Stromspeicher im Boden des Wagens ergänzt. Der so erzeugte Strom kann für ganzjähriges Wohnen ausreichen. Doch das funktioniert nur über Einschränkungen und eine Anpassung des Verbrauchsverhaltens. Das heißt: LED-Beleuchtung und andere energieeffiziente Geräte nutzen, mit Gas statt mit Strom kochen, Warmwasser über Solarthermie, und eher kein Fernsehen. Ein Kühlschrank, Wasserkocher, Handy und Laptop sind aber kein Problem, und auch hier gilt: Im Notfall kann man Netzstrom beziehen oder ein Notstromaggregat nutzen. Die Kombination mit einer kleinen Windkraftanlage kann je nach Standort auch eine Option sein.

Der Weg zur Solar-Autarkie: Am besten mit Beratung!

Auf jeden Fall muss für jedes Tiny House individuell geprüft werden, ob und unter welchen Umständen vollständige Autarkie möglich ist bzw. bis zu welchem Grad das geht. Neben dem individuellen Energieverbrauch, der Größe des Tiny Houses und dem Standort spielen natürlich auch die finanziellen Möglichkeiten eine Rolle. Für die individuelle Planung eines Photovoltaiksystems mit Speicher für euer Minihaus solltet ihr euch auf jeden Fall von einem Fachmann oder Fachfrau ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten beraten lassen.

Stromautarkie – Eigenstrom fürs Eigenheim

Für viele Menschen ist wohnen im Tiny House vielleicht noch etwas realitätsfern. Aber gerade für das Eigenheim lohnt sich oft eine eigene Solaranlage mit Eigenstrom. Damit auch alle großen Stromverbraucher effizient mit eigenem Solarstrom geladen werden können, braucht es auch hier eine individuelle Abstimmung der Anlagentechnik. „Den 0815-Stromkunden gibt es in Zukunft immer weniger“, betont Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern. Die Energieversorgung werde immer individueller und beratungsintensiver. „Es lohnt sich fast immer, die komplette verfügbare Dachfläche für die PV-Anlage zu nutzen“, weiß Florian Henle. Wird mehr Strom erzeugt als benötigt, erhalten Haushalte für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom die EEG-Einspeisevergütung. Wer ein kleines Dach hat, kann durch die Wahl von Hochleistungsmodulen seine Stromerzeugung steigern.

Die meisten Haushalte wollen durch die eigene Stromerzeugung nicht nur Kosten sparen, sondern auch möglichst unabhängig von der öffentlichen Versorgung zu sein. Das steigert die Nachfrage nach Stromspeichern. Inzwischen wird mehr als jede zweite PV-Anlage mit Speicher verkauft. Zumal in den letzten fünf Jahren der Preis für Stromspeicher im Schnitt um 40 Prozent gefallen ist. Sind große Stromverbraucher im Haushalt vorhanden wie zum Beispiel Wärmepumpen oder E-Autos, müssen PV-Anlage und Stromspeicher auf sie zugeschnitten sein. Wichtig ist, dass die Geräte miteinander kommunizieren können. Noch gibt es dafür keinen allgemeinen Standard, so dass dies beim Anlagenkauf unbedingt zu berücksichtigen ist. Das mache eine herstellerunabhängige Beratung und Anlagenwahl einmal wichtiger!

Mehr Infos zum Thema Eigenstrom: Wirklich Eigenstrom

Mehr Infos für Tiny Houses: Wohnwagon.at

Tiny House mit Solaranlage

Bilder: Wohnwagon

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