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Mikroplastik im Bad reduzieren: So gelingt der nachhaltige Umstieg

Das Badezimmer ist ein Ort der Routine. Hier beginnt und endet unser Tag, meist unbewusst und fast automatisch. Gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick. Kaum ein Raum im Haushalt vereint so viele Produkte, Materialien und Verpackungen, die täglich mit Wasser in Berührung kommen und damit potenziell Mikroplastik in Umlauf bringen. Das kann indirekt zur Umweltbelastung beitragen und sich auch negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Plastik im Bad zu reduzieren bedeutet keinen Verzicht, sondern einen bewussteren Blick auf das, was uns im Alltag umgibt. Mit ein paar bewussten Entscheidungen und einfachen Umstellungen lässt sich Mikroplastik im Bad nachhaltig reduzieren.

Wie lässt sich Mikroplastik im Alltag vermeiden?

Mikroplastik lässt sich im Alltag vermeiden, indem man Produkte aus Kunststoff durch Alternativen aus Naturmaterialien ersetzt. Ein wichtiger Punkt im Badezimmer ist der Verzicht auf Einwegplastik und unnötige Verpackungen. 

Mikroplastik bezeichnet winzige Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie entstehen entweder gezielt, etwa als Schleifkörper in Kosmetikprodukten, oder durch den Abrieb größerer Kunststoffteile. Mittlerweile lassen sich diese Partikel nahezu überall nachweisen, in Lebensmitteln, der Luft und im Grundwasser.

Die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit sind gravierend. Mikroplastik ist nicht biologisch abbaubar und gelangt über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. Kläranlagen können die feinen Partikel nur teilweise herausfiltern, sodass sie dauerhaft in die Umwelt gelangen.

Typische Quellen für Mikroplastik im Badezimmer sind:

  • Körper- und Gesichtspeelings
  • Zahnpasta und Zahnbürsten
  • Waschmittel und Weichspüler
  • Putzmittel und -zubehör

Nachhaltige und langlebige Ausstattung für das Badezimmer

Um Mikroplastik langfristig aus dem Bad zu verbannen, ist zunächst ein Bewusstsein für die Problematik notwendig. Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei einzelnen Hygieneartikeln, sondern bereits bei der grundsätzlichen Ausstattung des Badezimmers.

Neben Pflege- und Reinigungsprodukten spielt auch die Materialwahl bei Badaccessoires eine zentrale Rolle für mehr Nachhaltigkeit. Holz, Keramik, Glas oder Metall können Kunststoff in vielen Bereichen ersetzen, sofern sie langlebig verarbeitet und bewusst genutzt werden.

Holz kann im Badezimmer eine sinnvolle Alternative zu Kunststoff sein, wenn Herkunft, Verarbeitung und Nutzung zusammen gedacht werden. Regionales Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft punktet vor allem durch kurze Transportwege und eine transparente Lieferkette, benötigt im Bad jedoch eine sorgfältige Verarbeitung und ausreichende Trocknung. Bambus wächst zwar sehr schnell und gilt als nachwachsender Rohstoff, wird für viele Produkte jedoch stark verarbeitet und mit Klebstoffen verpresst, was seine ökologische Bilanz relativieren kann.

Olivenholz wird häufig aus alten, nicht mehr ertragreichen Bäumen gewonnen und ist aufgrund seiner Dichte, antibakterielle Wirkung und Widerstandsfähigkeit gut für feuchte Räume geeignet. Bürsten, Seifenschalen oder Ablagen aus Olivenholz verbinden Funktionalität mit zeitloser Ästhetik und tragen zu einem plastikfreien und stilvollen Bad bei.

Für welche Produkte gibt es plastikfreie Alternativen?

Für viele Alltagsprodukte im Bad gibt es mittlerweile plastikfreie oder zumindest plastikreduzierte Alternativen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, vor dem Kauf einen Blick auf die Inhaltsstoffliste zu werfen. Hilfreich sind dabei Apps wie Codecheck oder ToxFox, die problematische Bestandteile schnell sichtbar machen und eine bewusste Kaufentscheidung erleichtern.

Zahnpflege ohne Mikroplastik

In der Zahnpflege ist der Umstieg besonders einfach. Bambus-Zahnbürsten stellen eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kunststoffbürsten dar. Selbst die Borsten bestehen zunehmend aus biologisch abbaubaren Materialien. Sie sind mittlerweile in Drogerien, Apotheken und in Online-Shops problemlos erhältlich.

Auch bei Zahnpasta gibt es nachhaltige Lösungen. Zahnputztabletten ersetzen die klassische Plastiktube und werden häufig in Glasbehältern oder Papierverpackungen angeboten. Eine Alternative zur herkömmlichen Zahnseide ist zwar noch schwer zu finden, doch erste Produkte aus Rizinusöl sind bereits erhältlich. Wiederbefüllbare Behälter tragen zusätzlich zur Müllvermeidung bei.

Körper- und Haarpflege ohne Plastikmüll

Im Bereich der Körper- und Haarpflege lässt sich ebenfalls viel Plastik einsparen. Feste Shampoos und Haarseifen kommen ganz ohne Plastikverpackung aus. Sie sind in Bioläden, Unverpackt-Läden oder Online-Shops erhältlich. Auch manche Apotheken führen entsprechende Produkte.

Flüssiges Duschgel aus der Plastiktube kann ebenfalls problemlos durch ein festes Seifenstück ersetzt werden. Rückfettende Naturseifen werden oft in Säckchen aus Naturfasern verkauft, die gleichzeitig als Peelinghilfe dienen. So wird nicht nur Verpackungsmüll vermieden, sondern auch die Hautpflege nachhaltiger gestaltet.

Eine oft übersehene Quelle von Mikroplastik sind nicht nur die Kunststoffverpackungen von Tuben und Flaschen im Bad, sondern vor allem die Pflegeprodukte selbst. Viele Kosmetika enthalten potenziell Mikroplastik, etwa in Form von Schleifpartikeln oder synthetischen Polymeren. Zertifizierte Naturkosmetik ist hier grundsätzlich die bessere Wahl, da sie auf solche Inhaltsstoffe verzichtet und strengeren Kriterien unterliegt.

Plastikfreies Waschmittel kaufen

Waschmittel sind eine häufig unterschätzte Quelle von Plastikmüll. Flüssigwaschmittel wird fast ausschließlich in Kunststoffbehältern angeboten. Waschpulver hingegen ist meist in recycelbaren Kartonverpackungen erhältlich und kommt häufig mit weniger Zusatzstoffen aus. Zudem ist Pulver oft ergiebiger, sodass man länger damit auskommt. Großpackungen reduzieren den Verpackungsmüll zusätzlich und sind häufig kostengünstiger.

Neben der Verpackung lohnt sich auch ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Einige Waschmittel enthalten synthetische Polymere, die als Mikroplastik gelten und über das Abwasser in die Umwelt gelangen können. Wer Mikroplastik vermeiden möchte, sollte auf ökologische Waschmittel achten, die ausdrücklich als mikroplastikfrei deklariert sind und auf unnötige Kunststoffe verzichten.

In Unverpackt-Läden kann man Waschmittel zudem in eigene Behälter abfüllen. Dadurch wird Müll weitestgehend vermieden und der Eintrag von problematischen Stoffen ins Abwasser weiter reduziert.

Putzen ohne Mikroplastik zu erzeugen

Auch beim Putzen entsteht häufig unbemerkt Mikroplastik. Mikrofasertücher geben durch Abrieb feine Kunststoffpartikel an das Schmutzwasser ab. Nachhaltiger sind wiederverwendbare Putzlappen aus Naturfasern. Alte Baumwollhandtücher, T-Shirts oder Bettwäsche lassen sich problemlos zuschneiden und als Putzlappen weiterverwenden.

Für Reinigungsmittel gibt es mittlerweile Nachfüllsysteme oder Produkte mit reduziertem Verpackungsmaterial. Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegel helfen bei der Auswahl. Alternativ kann man auf bewährte Hausmittel wie Essig, Natron oder Zitronensäure zurückgreifen.

Plastikfreies Toilettenpapier

Eine besondere Herausforderung stellt plastikfreies Toilettenpapier dar. Im regulären Handel ist es meist nur in Kunststoff verpackt erhältlich. Einige Unverpackt-Läden bieten jedoch Varianten mit Papierbanderole an. Online findet man inzwischen mehrere Anbieter von Recycling-Toilettenpapier, das vollständig ohne Plastikverpackung auskommt und eine nachhaltige Alternative darstellt.

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