Technik

Grüner Strom aus Pflanzenkraft sendet Signale ins All

Energie aus Pflanzen zu gewinnen hieß bisher: Die Pflanze wird verbrannt. Das niederländische Unternehmen Plant-E dagegen nutzt eine innovative Methode, um Strom aus Pflanzenkraft mithilfe von lebenden Pflanzen zu gewinnen. Jetzt hat ein Sensor, der seinen Strom aus Pflanzen bezieht, zum ersten Mal erfolgreich Signale ins All gesendet.

So gewinnt Plant-E grünen Strom aus Pflanzenkraft

Bei der Photosynthese produzieren Pflanzen organisches Material. Einen Teil davon benötigt die Pflanze für ihr eigenes Wachstum, und was sie nicht braucht, gibt sie über ihre Wurzeln in die Erde ab. Dort zersetzen Bakterien das Material und erzeugen dabei Elektronen als Abfallprodukt. Plant-E macht diese Elektronen als Elektrizität nutzbar, indem es sie über eine Elektrode „erntet“. Dieser Strom aus Pflanzenkraft ist nachhaltig und CO2-frei.

Die nachhaltige Technologie wurde an der Universität Wageningen entwickelt. Seit 2007 hält Plant-E das Patent und entwickelt das Verfahren weiter. Auch wenn der elektrische Output gering ist, lassen sich inzwischen LEDs und Sensoren in Kleingeräten mit Strom aus Pflanzenkraft betreiben. Das hat sich jetzt das britische Start-up Lacuna Space zunutze gemacht, das Satellitensysteme für das Internet der Dinge (IoT) herstellt.

Strom aus Pflanzenkraft von Plant-E

Pflanzensensoren und das Internet der Dinge

Gemeinsam haben Plant-E und Lacuna Space eine Pflanzenzelle entwickelt, die IoT-Sensoren mit Strom versorgen kann. Die ersten Versuche waren erfolgreich: Der grüne Sensor sendete Informationen über Luftfeuchtigkeit, Bodenfeuchtigkeit, Temperatur, Zellspannung und das Elektrodenpotential an den Satelliten von Lacuna Space. Weil der Sensor keine herkömmlichen Batterien braucht, ist er günstiger, braucht weniger Wartung und ist umweltfreundlich. Es ist ganz einfach: Solange die Pflanzen wachsen, erzeugen sie Strom.

Die beiden Unternehmen wollen solche Sensoren künftig in Gegenden einsetzen, in denen es keine externen Stromquellen gibt, etwa in der Landwirtschaft, in Reisfeldern und anderen aquatischen Ökosystemen. Das Projekt zeigt, wie viel Potenzial nachhaltige Energieerzeugung aus Pflanzen schon heute hat und welche Chancen sie bietet, gerade für abgelegene und schwer erreichbare Gegenden.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA förderte das Pilotprojekt über ihr ARTES-Programm und zeigte sich begeistert über den Versuch: „Bei der ESA sind wir sehr begeistert von dieser Demonstration, die Biotechnologie und Weltraumtechnik miteinander verbindet“, sagte Frank Zeppenfeldt, der bei der ESA an Satellitenkommunikationssystemen der Zukunft arbeitet. „Das wird eine Reihe von Möglichkeiten für das satellitenbasierte Internet der Dinge eröffnen.“

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