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Hanfholz – eine nachhaltige Holzalternative?

Lange wurde die Hanfpflanze ausschließlich mit Kiffen in Verbindung gebracht. Inzwischen ist sie als Superfood bekannt und wird auch in der Kosmetik und für medizinische Behandlungen genutzt. Die US-Firma Fibonacci möchte jetzt Hanfholz als nachhaltige Alternative zu Holz etablieren.

Die Eigenschaften von Hanfholz

Das Produkt von Fibonacci heißt HempWood und besteht aus gepressten Hanffasern. Hanf ist deshalb eine interessante Alternative zu Holz, weil die Pflanze sehr schnell wächst. Nach nur 120 Tagen ist sie reif für die Ernte, und dabei sehr vielseitig – aus jedem Pflanzenteil lässt sich etwas herstellen. Übrigens auch Papier: Schon die Gutenberg-Bibel und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurden auf Hanfpapier geschrieben. Es ist haltbarer als normales Papier, aber auch teurer.

Das Hanfholz, das Fibonacci verkauft, sieht aus wie natürliches Holz und ist laut Hersteller fast doppelt so stabil wie Eiche. Hanfholz ist für alle Anwendungen geeignet, die sonst Harthölzer, tropische Hölzer, Kork, Bambus oder Eukalyptus verwenden würden: Möbel, Bodenbeläge, Arbeitsplatten oder Zierwände.

Nachhaltigen Baumaterialien: Bambus, Eukolyptus und Hanf

Fibonacci-Gründer Greg Wilson hat bereits viel Erfahrung mit nachhaltigen Baumaterialien. In China arbeitete er mit Bambus, der auch sehr vielseitig, aber nicht wirklich haltbar ist. Wilson war an der Entwicklung einer Methode beteiligt, um Bambus langlebiger zu machen. Später erreichte er dasselbe mit Eukalyptus, der ebenfalls als Holzalternative eingesetzt werden kann.

In der Zwischenzeit wuchs das Interesse und die Verfügbarkeit von Hanf in den USA. Wilson ging nach Kentucky und gründete seine heutige Firma, um seine Erfahrung mit Bambus und Eukalyptus für die Herstellung von Hanfholz zu nutzen. Das fertige Produkt ist ein Kompositmaterial, das zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist. Das dabei verwendete Bindemittel besteht hauptsächlich aus Sojaprotein.

Wie nachhaltig ist Hanfholz?

Hanfholz ist ein Naturprodukt, das schnell nachwächst und dessen Ernte nicht die Lebensräume anderer Pflanzen und Tiere zerstört. Gesunde Wälder sind ausbalancierte Ökosysteme, in denen alles aufeinander abgestimmt ist. Bäume zu fällen zerstört diese Balance. Nutzhanf ist ein landwirtschaftliches Produkt, bei dem es solche Probleme nicht gibt.

Doch daraus entsteht wieder ein anderes Problem: Die Faktenchecker von Mimikama weisen darauf hin, dass der Anbau von Hanfholz nicht nachhaltiger ist als der von natürlichem Holz, weil er große Flächen benötigt. Will man keine Wälder roden, um Hanf anzubauen, bleiben im Grunde nur noch die Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion übrig. Wie Mimikama schreibt, muss diese Anbaufläche zudem größer ausfallen als im Falle von Wäldern, und sie muss mehrmals im Jahr neu bepflanzt und gedüngt werden.

Man kann also darüber streiten, ob der Anbau von Hanfholz nachhaltig ist. Zumindest die Herstellung bei Fibonacci soll so umweltfreundlich sein, wie es nur geht. Fibonacci baut seinen Hanf möglichst nah an der Fabrik an, um CO2-Emissionen beim Transport zu vermeiden. Die Fabrik nutzt LED-Leuchten und spart Energie, indem das Unternehmen die eigenen Hanfabfälle verbrennt, um zu heizen.

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