Sozial

Permakultur ermächtigt geflüchtete Frauen in Afrika

Permakultur schenkt geflüchtete Frauen in Uganda neue Hoffnung! Der jahrelange Bürgerkrieg im Südsudan zwang über eine Million Menschen zur Flucht ins Nachbarland Uganda. Zehntausende von ihnen leben jetzt im Großlager Palabek im Norden des Landes. Eine Hilfsorganisation bringt geflüchteten Frauen dort die Grundlagen der Permakultur bei, damit sie sich und ihre Familien nachhaltig durch Landwirtschaft ernähren können.

Warum Wissen über Permakultur den entscheidenden Unterschied macht

Die Geflüchteten bekommen von Hilfsorganisationen meist nur das Nötigste, um zu überleben. Oft erhalten die Menschen zwar auch einige Packungen mit Samen und Gartenwerkzeuge, damit sie sich selbst ernähren können. Doch das funktioniert in vielen Fällen nicht: Oft ist der Boden zu schlecht, um gute Erträge zu erbringen. Hinzu kommen Dürren, Abholzung, Wassermangel, Bodenerosion und der Klimawandel. Auch das Wissen über den Anbau von Nahrungsmittel ist bei vielen Geflüchteten begrenzt, so dass manchmal große Teile der Ernte verloren gehen.

Hier setzt die Arbeit der Hilfsorganisation AWR (African Women Rising) an. Sie bringt Frauen und Mädchen in Palabek über einen längeren Zeitraum die Grundlagen der Permakultur bei. Permakultur in der Landwirtschaft will dauerhafte, nachhaltige, naturnahe Kreisläufe schaffen und ist auf Autarkie ausgerichtet. Bei AWR lernen die Frauen die Grundprinzipien der Wasser- und Bodenbiologie kennen, sie lernen, wie sie Regenwasser am besten auffangen und wie sie den Boden anreichern können. Dabei nutzen sie die Rohstoffe – oft auch aus Abfällen – die es vor Ort gibt: Dung, Asche, Blätter und Holzkohlenstaub.

Ein eigener Garten bedeutet Hoffnung

Wenn die Familien das Training abgeschlossen haben, werden sie weiter unterstützt und bekommen praktische Hilfe dabei, ihre Kenntnisse über Permakultur umzusetzen. Sie bauen selbst Gemüse an, pflegen vorhandene Bäume und pflanzen neue, bauen lebende Zäune und züchten Pflanzen, die Biomasse liefern. Aus diesen gewinnen sie Baumaterial, Mittel gegen Ungeziefer, Medizin sowie Nahrungsmittel für die Trockenzeit. Im Laufe der Zeit werden die Familien so auch widerstandsfähiger gegen extreme Wetterereignisse und Klimaschwankungen. Heute bauen in Palabek über 6.000 Familien aus dem Südsudan in Parzellen von jeweils 30×30 Metern ihr eigenes Obst und Gemüse an. Ein eigener Gemüsegarten, in dem etwas wächst – das ist ein Symbol der Hoffnung für die geflüchteten Menschen, die oft alles verloren haben.

AWR gibt es seit 2006. Die Organisation konzentriert sich in ihrer Arbeit auf Frauen und Mädchen, denen sie soziale, ökonomische und politische Gleichstellung ermöglichen will. Denn viele der Frauen bei AWR sind kriegstraumatisiert, ohne Bildung und extrem arm. Neben den Prinzipien der Permakultur lernen sie auch Lesen und Schreiben und erwerben Kenntnisse über Mikrofinanzierung. Sie und ihre Familien haben so das ganze Jahr über gesunde Nahrung. Sie sind außerdem finanziell besser versorgt und erhalten einen besseren Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsversorgung.

Bilder via: African Women Rising

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