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They/Them – Doku-Film von Patagonia über nichtbinäre Identität im Klettersport

Patagonias neuer Film „They/Them“ feiert die inspirierende Reise eines Transkletterers. Es ist vielleicht der erste Film, in dem ein nichtbinärer Kletterer die Hauptrolle spielt. Der Film zeigt ein beeindruckendes Portrait mit einer Kulisse von atemberaubender Bergnatur. Hängend an steilen Felsen und Bergwänden werden wir auf ganz persönliche Weise an die Lebensthemen und Abgründe der Protagonisten herangeführt.

Willkommen in Lilli Greens Heimkino! Sie können sich den 70-minütigen Dokumentarfilm “They/Them“ hier unten direkt im Beitrag anschauen.

Lor Sabourin ist ein in Arizona lebender Kletterer und Klettercoach und identifiziert sich als queer, nichtbinär und trans und verwendet für sich im Englischen die Pronomen „they/them“. Im Englischen hat sich „they“ als Alternative zur weiblichen oder männlichen Ansprache schon ein wenig etabliert. Somit erklärt sich auch der Titel des Films als ein Statement, es verschafft die genderneutrale Ansprache einer breiteren Öffentlichkeit und besetzt die Ansprache positiv mit dem Adrenalin des Klettersports.

„They/them“ oder „x“ als geschlechterneutrales Pronomen?

 Der Umgang mit der gendergerechten Sprache ist auch im deutschsprachigen Raum gerade ein heißdiskutiertes Thema. Den richtigen Ausdruck und die korrekte Ansprache für nichtbinäre Identitäten zu finden, ist dabei besonders komplex und für die Angesprochenen oft ein sensibles Thema.

Im Deutschen gibt es kein geschlechterneutrales Pronomen, das sich bis jetzt durchgesetzt hat. Die deutsche Pressemitteilung zum Film hat das Problem geschickt umschifft, indem sie auf die Pronomen-Ansprache komplett verzichtet hat. Wir haben uns hier im Artikel für einen Mittelweg entschieden, indem wir an wenigen Stellen die genderneutrale Form „x“ gewählt haben, zum Beispiel: „Kletterx“ statt „Kletterer oder „Kletterin“. Die Ansprache ist jedoch noch umstritten, wer sich darüber informieren will, findet am Ende des Artikels einige weiterführende Links.

Der etwas andere Kletterfilm, der Mut macht

Lor Sabourin erzählt in dem Dokumentarfilm die eigene Lebensgeschichte mit den persönlichen Auseinandersetzungen beim Erwachsenwerden und dem Aufbau einer Kletterkarriere. Für Lor geht es beim Klettern um weit mehr als Sport: Es ist ein Weg, die eigene Identität zu erforschen und zu lernen, mit Herausforderungen umzugehen. Im Film begleiten wir Lor durch die Sandsteinschluchten des nördlichen Arizonas.

Wie Lor die extrem schwierige Kletterroute bewältigt, ist gleichzeitig atemberaubend und inspirierend. Durch das öffentliche Engagement von Lor kann der Film auch andere Trans-Personen ermutigen, sich ihren Herausforderungen zu stellen und darüber auch offener zu sprechen.

Lor Sabourin, The Cousin of Death, Northern Arizona

Klettern als Weg, um mit Stress umzugehen

Die Marke Patagonia ist schon von Anfang an sehr eng mit dem Klettersport verbunden: Die Gründer waren leidenschaftliche Kletterer (ja, tatsächlich vor allem Männer), die ihre Outdoor-Marke hauptsächlich gründeten, um ihre Kletterabenteuer und ihren Umwelt-Aktivismus zu finanzieren. Jetzt ist Lor nicht nur Kletterx und Coach, sondern auch Kletterbotschafterx von Patagonia. Da bei Klettern das Geschlecht nicht so eine wichtige Rolle spielt wie in vielen anderen Sportarten, kann dieser Sportart gerade nicht-binären Menschen einen sicheren Raum bieten, Sport zu betreiben.

„Ich habe das Klettern kennengelernt, als ich etwa zwölf Jahre alt war“, sagt Lor. „Beim Klettern habe ich mit der Zeit gelernt, mit Stress umzugehen und die Grenzen meiner Komfortzone auszutesten. Durch den Sport habe ich die Kraft aufgebaut, die ich brauchte, um mir eine Gemeinschaft aufzubauen, die mich unterstützt.“

Lor hofft, dass der Kletterfilm von Patagonia bei den Zuschauern die Frage erweckt, was sie selbst tun können, um ihre Gemeinschaft sicherer zu machen, nicht nur für Trans*personen, sondern für alle, die sich mit ihrer Identität unsicher fühlen.

They/Them – der Film:

Patagonia Films – Leidenschaft für Outdoor-Sport, Natur und Umwelt

Die nachhaltige Outdoor-Marke Patagonia produziert seit einigen Jahren eigene Dokumentarfilme. Die Projekte sind Teil der Mission von Patagonia, ihre Budgets für Umweltschutz und soziales Engagement einzusetzen. Statt teures Marketing zu betreiben, das verfügbare Budget in die Unterstützung von Aktivisten weltweit zu stecken. Auch Outdoor-Sport wie Klettern und Surfen spielt bei den Filmen und Botschafter*innen von Patagonia eine wichtige Rolle. Wir berichteten bereits über „Public Trust“ – ein beeindruckender Film von Patagonia über Naturschutz und Aktivismus in den USA.

Mehr zum Thema geschlechterneutrale Sprache bei nichtbinärer Identität:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/profx-als-geschlechtergerechte-sprache-fuer-professoren-13268220.html

https://www.gala.de/stars/news/sam-smith–er-aendert-sein-pronomen-in–they-them–22137742.html

https://nonbinarytransgermany.tumblr.com/language

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