Der Nikolausbrauch hat viele vor allem für Kinder magisch wirkende Elemente, die in der Vorweihnachtszeit zu Extra-Zauber beitragen können. Auch wenn das Nikolausfest in Deutschland nicht überall groß gefeiert wird, ist es schön, den Brauch zu würdigen. Wo kommen all diese Nikolaustraditionen eigentlich her? Wir tauchen hier tiefer in die Nikolausgeschichte ein und teilen kreative Tipps für kleine Nikolausgeschenke für den Stiefel.
Beitragsbild: Bienenwachstücher von Toff & Zürpel
Wer war der Nikolaus eigentlich?
Der mit vielen Legenden umrankte Heilige Nikolaus soll um 280 nach Christus geboren worden sein und ein für die damaligen Verhältnisse hohes Alter von etwa 70 Jahren erreicht haben. Obwohl es vor allem viele mystische Nikolaus-Legenden gibt, gilt es als wahrscheinlich, dass ein Bischof dieses Namens in Myra in der heutigen Türkei gelebt hat. Der Nikolaus gilt als einer der populärsten Heiligen, der weit über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus Beliebtheit genießt. In der orthodoxen Kirche wird Nikolaus als „Retter der Welt“ oder „Engel auf Erden“ geehrt. Auch in evangelischen oder nicht-christlichen Gemeinschaften wird in Europa das Nikolausfest weitergelebt.
Nikolaus als heiliger Geschenkebringer
Der Brauch, in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember Schuhe oder Stiefel mit kleinen Geschenken zu füllen, wird unter anderem mit einer alten Nikolauslegende verbunden. Der Legende nach soll der wohlhabende Nikolaus, als er noch kein Bischof war, für drei junge Frauen nachts Goldklumpen durch das Fenster geworfen haben, um ihnen aus ihrer Notlage zu helfen. Am Nikolaustag fand ganz lange die eigentliche weihnachtliche Bescherung mit Geschenken statt, auch jetzt ist es in einigen Ländern wie den Niederlanden oder Luxemburg noch Brauch.

Nikolaus von Myra, Bescherung der Jungfrauen (Thüringen, ca. 1485). Bild: Friedrichsen, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die Reformation trug dazu bei, das Geschenkegeben auf Weihnachten zu verlegen, weil das Nikolausfest als Heiligenverehrung in der Kritik stand. Stattdessen gab es dann die Geschenke vom Christkind. In den USA hat sich im 19. Jahrhundert die Geschichte vom Weihnachtsmann „Santa Claus“ entwickelt, der Elemente aus verschiedenen weihnachtlichen Traditionen und dem Nikolausbrauch zusammenführt. Trotz der Verlegung der Bescherung auf das Weihnachtsfest haben viele Nikolausbräuche lokal überlebt. Manche davon stehen möglicherweise mit älteren regionalen Traditionen in Verbindung.
Einen Stiefel für den Nikolaus
Vor einigen Jahrhunderten bastelten Kinder Nikolausschiffe aus Papier oder anderen Materialien. Das „Schiffchensetzen“ gab es bereits im 15. Jahrhundert. Der Nikolaus ist der christliche Schutzpatron der Schiffer, an manchem Schiff findet sich auch heute noch eine Nikolausfigur. Erst später wurde das Schiffchen durch Stiefel, Schuhe oder auch Strümpfe ersetzt. Am Abend des 5. Dezembers stellen die Kinder ihre Schuhe oder Stiefel vor den Kamin, ans Fenster oder vor die Tür. Oft werden die Stiefel vorher geputzt. Alternativ gibt es, wie auch im englischsprachigen Raum, auch Strümpfe, die für die Nikolausgeschenke beim Kamin aufgehängt werden. Ein Nikolaus-Strumpf ist auch etwas Schönes zum Selbermachen aus alten Stoffresten. Am Morgen des 6. Dezembers finden die Kinder ihre Geschenke, die über Nacht vom Nikolaus gebracht wurden.

Das St. Niklasfest, Jan Steen, ca. 1665
Besuch vom Nikolaus
Im Mittelalter durften Kinder mancherorts am Nikolaustag einen „Kinderbischof“ wählen, der dann für die Erwachsenen predigte und sie auf ihr Verhalten ansprach. Später hat sich der Brauch dahin gewandelt, dass Nikolaus die guten Kinder beschenkt und die bösen Kinder bestraft. In einigen Gegenden gibt es dazu noch die Krampus-Figur oder ähnliche Gestalten aus dem regionalen Brauchtum, die den Kindern drohen. In einigen Regionen gibt es auch den persönlichen Nikolausbesuch, wobei der Nikolaus im heiligen Buch nachschaut, ob die Kinder brav gewesen sind. Zum Glück ist heutzutage der Nikolaus bei den meisten Familien eine den Kindern wohlgesonnene Figur.
Nikolausfest: lebendige Kultur mit vielen regionalen Unterschieden
Das Besondere am Nikolausfest ist, dass es viele regionale Bräuche gibt, die sich mit der Nikolaustradition vermischt haben. Knecht Ruprecht, Krampus oder Bartl werden manchmal mit älteren, teils vorchristlichen Traditionen in Verbindung gebracht und finden sich in vielen Variationen nicht nur in einigen Regionen Deutschlands, sondern in weiten Teilen Mitteleuropas. Der Krampus sieht manchmal aus wie eine teuflische Gestalt, mit Stroh, Fell und Hörnern ausgestattet. In Belgien und den Niederlanden wird das Nikolausfest besonders ausgiebig gefeiert. Hier kommt der „Sinterklaas“ mit seinen Helfern schon Wochen vor dem eigentlichen Feiertag mit einem Schiff an. Die täglichen Nikolausnachrichten, Lieder, Gedichte, Süßigkeiten und der Geschenkeabend am 5. Dezember sind fester Bestandteil eines der wichtigsten Kinderfeste des Jahres.

Nikolaus, Nikoloweibl und die Buttnmandl, Berchtesgadener Land (Bayern). Bild: Gamsjaga, 2007, gemeinfrei via Wikimedia Commons

Sinterklaas mit Pferd in Holland. Bild: R. F. (Roel) Jorna, 2008, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
6 tolle Nikolausgeschenke-Tipps für Kinder und Erwachsene
Die alte Nikolauslegende erzählt von Großzügigkeit und Hilfe in der Not. Heute geht es beim Nikolaus oft darum, möglichst viele Kleinigkeiten in einen Stiefel zu stecken. Dabei kann man sich schon fragen, wie viel davon wirklich Freude macht und wie viel später einfach herumliegt. Auch bei kleinen Geschenken lohnt es sich, über Qualität, Materialverbrauch und das richtige Maß nachzudenken.
Ein Nikolausstiefel muss schließlich nicht bis zum Rand vollgestopft sein, um für Freude zu sorgen. Hier kommen sechs Ideen, bei denen auch ein bisschen Fantasie, Tradition und Schabernack Platz haben.
1. Gesunde Leckereien
Die Klassiker bei den Nikolausgeschenken sind kleine Süßigkeiten. Die Kinder freuen sich, aber manche Eltern bangen um die Gesundheit der Kleinen bei so viel Zuckerkram. Dabei gibt es so viele echt tolle, gesunde Leckereien, die ohne Chemie und Zucker-Überdosis auskommen. Es gibt mittlerweile sehr viele Rezepte für zuckerfreie und vegane Leckereien für die Adventszeit. Ob Zimtsterne, Lebkuchen oder Vanillekipferl, viele Nikolausleckereien lassen sich prima selbst backen und nach eigenen Vorlieben abwandeln.
Auch Gesundes wie Mandarinen oder Erdnüsse können dem Geschenk hinzugefügt werden. Bei Schokolade oder anderen gekauften Leckereien sollte besonders auf die Zutaten geachtet werden. Hier lohnt sich außerdem ein Blick auf Bio- und Fairtrade-Siegel und möglichst wenig Verpackungsmüll.
Schokoladenfigur von Nucao
2. Nikolausgedichte
Diese Geschenkidee gucken wir uns von den Nachbarn ab: Eine besondere Tradition in den Niederlanden betrifft die Nikolausgedichte. Die Gedichte werden meistens den Geschenken für Kinder wie auch für Erwachsene beigefügt. Die oft lustigen Gedichte werden speziell für den Empfänger geschrieben. Voller Wortspiele, mit kleinen Sticheleien oder auch Lob schaffen die Reimereien eine tolle Möglichkeit, den Geschenken etwas Persönliches hinzuzufügen, eventuell begleitet von etwas Süßem.
Besonders schön ist, dass die Gedichte nicht unbedingt schmeichelhaft sein müssen. Ein harmloser Seitenhieb auf jemanden, der immer zu spät kommt, ein liebevoller Spott über eine schräge Angewohnheit oder ein Reim über ein gemeinsames Erlebnis gehören durchaus dazu. Je persönlicher und lustiger, desto besser. Und ein bisschen schief reimen darf es sich natürlich auch.
Design-Schablone von Another Studio
3. Kleine Kindergeschenke zu Nikolaus
Beim Nikolaus geht es mit der Bescherung eher um den symbolischen Charakter des Festes, doch ein kleines Geschenk kann die Freude noch steigern. Es muss nicht immer ein Plastikspielzeug sein, auch Holzspielzeug kann viel Freude bereiten. Die magnetischen Holzbausteine von Tegu oder das Holzspielzeug von Trixie sind schöne Beispiele für kleine Spielzeuggeschenke. Auch praktische Kindergeschenke können wunderbar sein. Wie wäre es zum Beispiel mit einer schönen Kindertrinkflasche?
Bei Spielzeug kommt es allerdings nicht nur auf das Material an. Holz allein macht ein Geschenk noch nicht nachhaltig. Viel wichtiger ist, ob das Spielzeug zum Kind passt, gut verarbeitet ist und möglichst lange bespielt wird. Und manchmal ist ein selbst gebasteltes Nikolausschiffchen spannender als das nächste fertige Spielzeug.
Holzspielzeug von Trixie
4. Kleine Zero-Waste-Geschenke
Müllvermeidung ist ein Thema, das auch beim Schenken immer wichtiger wird. Immer beliebter sind kleine, wiederverwendbare Küchenhelfer, Haushaltswaren und Produkte für unterwegs. Klassiker wie wiederverwendbare Trinkflaschen oder robuste Brotboxen sind mittlerweile schon ziemlich etabliert. Auch Strohhalme aus Glas, Edelstahl oder Bambus können praktische kleine Geschenke sein, wenn sie tatsächlich regelmäßig genutzt werden.
Originell sind auch die Bienenwachstücher von Toff & Zürpel, die als wiederverwendbare Alternative zu Frischhaltefolie eingesetzt werden können, oder der Spork von ECO Brotbox, eine Mischung aus Löffel und Gabel für unterwegs. Auch Nussknacker sind beliebte kleine Geschenke, besonders zur Weihnachtszeit.
Zero-Waste-Geschenke können helfen, im Alltag Abfall zu vermeiden. Allerdings nur, wenn sie wirklich benutzt werden und nicht als zusätzliche, unnötige Dinge in der Schublade landen. Ein schöner Edelstahlstrohhalm ist schließlich keine große Errungenschaft, wenn er dort für immer liegen bleibt.
Bienenwachstücher von Toff & Zürpel
Werbung in eigener Sache: Wer neben selbstgemachten Kleinigkeiten auch etwas Besonderes verschenken möchte, findet im Lilli Green Shop originelle Geschenkideen, Spielzeug, Designobjekte und praktische Alltagsbegleiter.
5. Nikolausgeschenke selber basteln
Es muss nicht immer alles gekauft werden! Gerade zu Nikolaus, wo die Geschenke eher symbolischer Art sind, müssen keine allzu hohen Erwartungen erfüllt werden. Es ist also eine wunderbare Gelegenheit, selber etwas zu basteln. Hier bietet es sich an, an die Nikolausbräuche anzuknüpfen: ein Stiefel, eine Nikolausfigur, ein Strumpf oder auch ein Nikolausschiff.
Aus alten Stoffresten lassen sich Nikolausstrümpfe nähen oder kreative Geschenkverpackungen gestalten. Die selbstgebastelten Stiefel und Schiffchen können anschließend mit Süßigkeiten gefüllt werden. Auch eine kleine selbstgemachte Krampus-Figur könnte eine lustige Idee sein, die der etwas aus der Zeit gefallenen Tradition neuen Schwung verleiht.

6. Weihnachtsdekoration
Originelle Nikolausgeschenke für Erwachsene gesucht? Hier bietet es sich an, für die Weihnachtszeit vorzudenken. Advents- und Weihnachtsdekoration kann eine schöne Geschenkidee sein, wenn sie wirklich zum Beschenkten passt. Kleine Deko-Elemente aus Holz, Sterne zum Aufhängen, Kerzen und andere Weihnachtsaccessoires bringen festliche Stimmung ins Haus.
Besonders schön sind Dinge, die jedes Jahr wieder hervorgeholt werden. Ein skandinavischer Holzstern, ein eigenwilliger Nussknacker oder ein liebevoll selbst gebastelter Anhänger können über viele Weihnachtsfeste hinweg Teil der Familientradition werden. Da darf ruhig auch mal etwas schief, kitschig oder ungewöhnlich sein.
Nur sollte man vorher überlegen, ob wirklich noch mehr Weihnachtsdekoration gebraucht wird. Schließlich warten in vielen Kellern und auf Dachböden bereits ganze Kisten voller Weihnachtszauber darauf, wiederentdeckt zu werden.



