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Das ökologische Paradies – Die unglaubliche Geschichte des Eden Projects

Es ist schwer, das Eden Project in Cornwall mit wenigen Worten zu beschreiben. „Botanischer Garten“ trifft es nicht einmal annähernd – dieser Ort ist ein einzigartiger Schutzraum für bedrohte Pflanzenarten, und er will Menschen aufrütteln. Das Eden Project macht klar, wie eng wir mit der Natur verbunden sind. Und es wächst weiter: Eden-Gründer Tim Smit plant, bald über Geothermie eigenen Strom zu erzeugen.

Von der Tongrube zum Ökoparadies – wie das Eden Project entstand

Am Anfang war das Eden Project die Vision eines Spinners. Wo heute die riesigen, kuppelförmigen Gewächshäuser stehen, die 5.000 Pflanzenarten beherbergen, war Mitte der 90er Jahre nur ein riesiger Krater. Ausgerechnet in einer ehemaligen Tongrube, so groß wie 35 Fußballfelder, sah Tim Smit seinen künftigen Garten Eden, einen Schutzort für bedrohte Naturschätze. Mithilfe von Geldgebern, Wissenschaftlern, Gärtnern, Ökologen und Freiwilligen machte er seinen Traum wahr. Insgesamt 83.000 Tonnen Erde wurden dafür herbeigeschafft, und für die Gewächshäuser wurde das größte Gerüst aufgebaut, dass es je gegeben hat. Die Umsetzung kostete 141 Millionen Pfund. Im Jahr 2001 öffnete das Eden Project schließlich seine Türen.

In den großen Gewächshäusern in Form von geodätischen Kuppeln, Biome genannt, ist heute der größte überdachte Regenwald der Welt zu finden. Auch eine mediterrane Biosphäre mit bunten Blumen, Kräutern und Obstbäumen gibt es dort, und in den großen Freiluftgärten gedeihen über eine Million Pflanzen aus aller Welt. Das Eden Project will aufklären: Besucher tauchen nicht nur mit allen Sinnen in die Natur ein, sondern erfahren auch, wie untrennbar sie mit ihr verbunden sind. Sie lernen, welche Aufgaben jede Pflanze im Ökosystem übernimmt, und dass sie nur gemeinsam existieren können. Eine Erfahrung, die die Augen öffnet und für den Schutz der Natur sensibilisiert.

The Eden Project in Cornwall ©Hufton+Crow

Der nächste Schritt: Die eigene Energieerzeugung über Geothermie

Die tropischen Temperaturen in den Biomen mit erneuerbaren Energien zu erzeugen, war von Anfang an Teil der Vision. Mitte Oktober gab das Eden Project bekannt, dass die Finanzierung gesichert sei, um nach Erdwärme zu bohren. Geothermie ist die von der Erde produzierte Energie, die sich durch Bohrungen an den richtigen Stellen dauerhaft anzapfen lässt. Dazu wird in Cornwall im ersten Schritt ein 4,5 Kilometer tiefes Loch in die Granitkruste unter dem Eden Project gebohrt.

Die dafür nötigen 16,8 Millionen Pfund (etwa 19,5 Millionen Euro) stammen von der EU und von der Grafschaft Cornwall. Geht alles gut, werden nach der ersten Phase bereits die Gewächshäuser und Bürogebäude des Projekts mit Erdwärme beheizt. Im zweiten Schritt ist ein zweites, fast 5 Kilometer tiefes Bohrloch sowie ein Kraftwerk geplant. Damit können dann auch die umliegenden Ortschaften versorgt werden.

Tim Smit bezeichnet das Geothermie-Projekt als den größten Entwicklungsschritt von Eden seit seiner Eröffnung. Nach Abschluss des Projekts im Jahr 2023 wird Eden klimapositiv sein, also mehr Energie erzeugen, als es selbst verbraucht. Grundsätzlich gilt Geothermie als vielversprechende Methode zur Energieerzeugung, sie ist jedoch nicht ohne Risiken und in vielen Gegenden noch zu teuer. Die geologischen Gegebenheiten in Cornwall seien allerdings gut geeignet für eine rentable Erzeugung von Wärme und Strom aus Geothermie, sagte Guy Macpherson-Grant, der Geschäftsführer von EGS Energy. Er setzt das Geothermie-Vorhaben gemeinsam mit dem Eden Project um.

The Eden Project in Cornwall - Besucher im Botanischer Garten

The Eden Project in Cornwall ©Hufton+Crow

Klimafreundlich mit dem Zug nach Großbritannien reisen!

Eine Reise nach Cornwall lohnt sich übrigens nicht nur wegen des Eden Projects. Die Grafschaft im Südwesten von England gehört zu den schönsten Landschaften, die Großbritannien zu bieten hat. Tipps für eine klimafreundliche und entspannte Anreise mit dem Zug nach Großbrittanien haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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