Film Kunst

„The whale and the raven“ – Weltpremiere auf DOK.fest München

Es ist wieder so weit: Das DOK.fest in München lädt zum Sehen, Staunen und Lernen ein. Eines der prominentesten Dokumentarfilmfeste Europas findet statt vom 08. – 19. Mai 2019, viele Filmtheater in der Münchner Innenstadt zeigen die neuesten und interessantesten Dokumentarfilme aus aller Welt. Zum feierlichen Auftakt des 34. DOK.fest München entführt uns die Weltpremiere „The whale and the raven“ in die Weiten Kanadas.

„The whale and the raven“ – Tiere, Menschen und das Geld

Besucher lernen mit dem Eröffnungsfilm „The whale and the raven“ die Welt der Wale, Menschen und Lobbyisten kennen. Dokumentarfilmerin Mirjam Leuze ist nah dran an den Forschern Hermann Meuter und Janie Wray, die ein Forschungslabor in British Columbia an der Westküste Kanadas betreiben, um das Verhalten der großen Säugetiere zu untersuchen. Wale bilden komplexe soziale Gefüge. In der Nähe des Forschungslabors bei Hartley Bay sammeln sich Orcas, Buckel- und Finnwale, denn noch gibt es dort haufenweise Nahrung.

Tanker kreuzen den Lebensraum der Wale

Das Leben der Tiere ist jedoch bedroht. 70 Meilen von der Forschungsstation entfernt liegt das kleine Küstenstädtchen Kitimat. Hier möchte die Firma LNG Canada eine Exportanlage für Flüssiggas bauen. Riesige Tanker werden das Gas nach Asien exportieren. Ihre Route führt durch das Kitimat-Fjord-System, das Lebensraum vieler Wale und Gebiet der Gitga´at ist. Die Gitga´at gehören zu den First Nations Kanadas, sie wohnen seit 10.000 Jahren auf ihrem Territorium und fühlen sich mit ihrer Umwelt sehr verbunden.

Die Wale werden gestört

Die genauen Auswirkungen der Tanker auf das Leben der Wale sind nicht bekannt. „The whale and the raven“ veranschaulicht, wie laut ein Schiff unter Wasser ist. Normalerweise ist es dort sehr ruhig. Die beiden Forscher haben jedoch Unterwassermikrofone angebracht, um die Kommunikation der Tiere sowie die Auswirkungen der Schiffe auf ihr Verhalten zu erforschen. Der Lärm eines normalen Frachtschiffs ist schon ohrenbetäubend; was ein Tanker anrichten kann ist bisher ungeklärt. Meuter und Wray gehen allerdings davon aus, dass die Tiere die Orientierung verlieren können.

Mythos vs Geld

„The whale and the raven“ zeigt einen kurzen animierten Teil, in dem eine uralte Geschichte der Gitga´at illustriert wird. In ihrer Mythologie spielen Wale eine bedeutende Rolle. Hier ist das Meer ein Unterwasserkönigreich, in dem ein Orca als König über dessen Bewohner wacht. Respektlosen Menschen erteilt er eine Lehre – darüber, dass wir dankbar sein sollen für das, was die Natur uns gibt und darüber, dass der Mensch sich nur das nehmen soll, was er wirklich braucht – und nicht mehr.

Trotz des Jahrtausende alten Mythos und der verwurzelten Naturverbundenheit des indigenen Volksstamms konnte der Konzern LNG Politiker und Ureinwohner überzeugen von der angeblichen Harmlosigkeit der Tankerroute. Im Gegenzug werden die anliegenden, strukturschwachen Dörfer der Einheimischen finanziell unterstützt – dies jedoch nur, solange niemand sich über negative Konsequenzen der Tanker beschwert.

Mirjam Leuzes Dokumentarfilm gibt dem Zuschauer nicht nur einen Einblick in das Leben der großen, friedfertigen Säugetiere. „The whale and the raven“ wirft auch die Frage auf, inwieweit der Lebensraum der Meere parallel zur industriellen Nutzung durch den Menschen erhalten bleiben kann.

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