Architektur Bauen

Sandsackbau – Wunderschöne, farbenfrohe Kuppelhäuser aus Erde

Die iranische Insel Hormus im Persischen Golf ist eine faszinierende Schönheit. Karge Felslandschaften wechseln sich mit roten Stränden und Salzformationen in Regenbogenfarben ab. Ein iranisches Architekturbüro hat dort mit Einheimischen 200 farbenfrohe Kuppelhäuser aus Sandsäcken gebaut, um den Tourismus anzukurbeln und den Inselbewohnern wieder eine Perspektive zu geben.

Die Insel Hormus heute

Früher war Hormus ein wichtiger Hafen in der Meerenge Straße von Hormus im Persischen Golf, über die das Erdöl aus dem Nahen Osten transportiert wird. Heute kämpfen die Einheimischen allerdings um ihr wirtschaftliches Überleben. Die Insel leidet auch seit vielen Jahren unter den internationalen Sanktionen gegen den Iran.

Die Architekten von ZAV Architects wollten den Menschen eine Alternative bieten: „Die Insel hat herausragende farbenfrohe surreale Landschaften. Seltsamerweise kämpfen die Bewohner der schönen, touristischen und politisch strategischen Insel wirtschaftlich und beteiligen sich mit ihren Booten an illegalen Handelsaktivitäten“, so die Architekten. Sie wollen mit den bunten Kuppelhäuser die lokale Wirtschaft in Schwung bringen.

Photos: Tahmineh Monzavi, Soroush Majidi, Payman Barkhordari

So funktioniert das Bauen mit Sandsäcken

Die Architekten entschieden sich für ein Baumaterial, das es auf der Insel im Überfluss gibt, nämlich Erde und Sand. Beim Bauen mit Sandsäcken kommen generell kostengünstige, natürliche Materialien wie lokale Erde, Gestein oder Stroh zum Einsatz. Lange Säcke werden mit dem Material befüllt, in der gewünschten Form aufgeschichtet und im Anschluss verputzt. Die gefüllten Säcke besitzen eine innere Stabilität.

Die Einheimischen waren am Bau der Kuppelhäuser beteiligt und lernten so, wie das Bauen mit Sandsäcken funktioniert. Weil die Bauweise so einfach ist, konnten sie die Häuser größtenteils selbst fertigstellen. Auch im Inneren der Häuser zeigt sich, warum Erde das perfekte Baumaterial für das trockene Klima der Insel ist: Die Erdwände absorbieren die Hitze der Sonne und halten so den Innenraum kühl. Nachts, wenn die Temperaturen fallen, geben die Wände die Wärme wieder ab und regulieren auf diese Weise die Innentemperatur.

Photos: Tahmineh Monzavi, Soroush Majidi, Payman Barkhordari

Touristen können die Kuppelhäuser mieten

Die fertigen Häuser in unterschiedlichen Größen imitieren auf den ersten Blick die Felsenlandschaft im Hintergrund. Gleichzeitig ist das Rot, Blau, Gelb und Grün der Häuser ein toller Kontrast zu den rötlichen Felsen. Innen sind die Häuser übrigens genauso farbenfroh wie außen, und auch bei den Möbeln spiegeln runde Formen das Äußere wider.

Das Projekt stellt auch die Frage, ob Architektur sozio-ökonomische Veränderungen anstoßen kann. Zumindest in Hormus könnte das klappen, wenn die wunderschönen Kuppelhäuser als Ferienwohnungen mehr Touristen auf die Insel locken.

Bild: Soroush Majidi

DomeGaia zeigt, wie jeder Kuppelhäuser selber bauen kann

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