Wohnen & Einrichten

Minihäuser nachhaltig einrichten – 7 großartige DIY-Tipps für Tiny Houses

Tiny Houses oder Minihäuser liegen voll im Trend. Für manche sind sie eine schöne Idylle als Urlaubswohnung, für andere ist es eine ganz bewusste Entscheidung für einen minimalistischen, nachhaltigen Lebensstil. Dabei ist gerade die Einrichtung entscheidend für die Wohnqualität. Viele Fragen und Themen sollten bearbeitet werden: Wie lassen sich Minihäuser nachhaltig einrichten? Was kaufe ich fertig, was kann ich selber machen? Tiny-House-Küchen brauchen oft einen ganz eigenen Entwurf. Engagierte Selbermacher werden nach dem eigenen Entwurf oder einem Bauplan Küche, Bad, Schlafzimmer und Treppen selber bauen. Manches lässt sich auch als Fertigteile bestellen und dann einbauen. Worauf kommt es dabei an?

Beitragsbild: Komposttoilette von TROBOLO®

Mikrohaus, Minihaus, Tiny House oder Kleinhaus …

Tiny Houses sind Wohneinheiten, die möglichst klein und minimal gehalten sind. Die Tiny-House-Bewegung war ursprünglich eine gesellschaftlich-politische Antwort auf die immer größer werdenden Wohnungen. Für manche ist das Tiny House eine günstige und nachhaltige Alternative zum Einfamilienhaus, für andere stellt es eine neue Art von minimalistischen Design-Luxus mit einzigartiger Architektur dar. Die Rückkehr zum kleineren Wohnraum kommt oft mit einer Entscheidung für einen einfacheren, naturverbundenen Lebensstil.

Eine festgelegte Wohnflächengröße für Minihäuser gibt es nicht. Es wird oft unterschieden zwischen Tiny Houses und Small Houses. Tiny Houses haben in der Regel bis zu 45 m² und kleine Häuser bis zu 90 m² Wohnfläche.

Die Planung des Minihauses: Auf die Details kommt es an!

Es gibt vieles zu beachten, und auf eine richtige Planung kommt es an. Wer genug Erfahrung mit Selberbauen hat, kann mit einem Bauplan arbeiten. Hierzu gibt es mittlerweile im Netz ganz gute Angebote. Oder man entwickelt selbst ein Konzept. Alternativ kann auch mit einem Baukastenprinzip gearbeitet werden. Wir haben schon an anderen Stellen im Lilli Green Magazin über Aspekte wie autarke Architektur, Solarautarkie oder auch Planung und Baugenehmigungen berichtet. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns ganz gezielt auf die nachhaltige Einrichtung von Minihäusern.

7 Tipps – so lassen sich Minihäuser nachhaltig einrichten:

1. Reduzierung auf das Wesentlichste

Um optimal im Tiny House zu leben, reduzieren Tiny-House-BewohnerInnen ihre Wohnungseinrichtung auf das Wesentlichste und richten die Raumfläche möglichst effizient und klug ein. Das Schöne ist, dass im Minihaus kein Platz ist für überflüssigen Schnickschnack. Viele Menschen mit Tiny House berichten, dass gerade dieses reduzierte Leben mit wenig Dingen glücklich macht. Schon bevor es losgeht, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie viel Sie reduzieren können. Seien Sie grundehrlich mit sich selbst: Was brauchen Sie wirklich noch? Sorgen Sie dafür, dass Ihre aussortierten Gegenstände richtig gespendet oder recycelt werden.

2. Raum sparen mit der richtigen Treppe

Manche Tiny Houses haben mehrere Stockwerke. In normalen Häusern sind die Treppen oft richtige Platzfresser, so etwas geht natürlich im Minihaus nicht. In einigen Tiny Houses kommen direkt an der Wand montierte Treppenstufen zum Einsatz. Das sieht zwar cool aus, ist aber nicht immer geeignet. Es gibt auch andere praktische Lösungen für mehrstöckige Minihäuser. Wer Raumspartreppen selber bauen möchte, kann auch eine einziehbare Treppe im Tiny House einbauen. So ist die Treppe nicht ständig im Weg.

3. Platz gewinnen mit klugen Ideen

Gute Ideen sind das halbe Haus. Gerade beim Design von Tiny Houses kommt es auf die Details und auf einfallsreiche Raumlösungen an. Es gibt hierzu etliche Tipps und Tricks im Internet und es kann auch nicht schaden, sich von den kreativen Einfällen von anderen Tiny Houses inspirieren zu lassen!

Ein Klassiker ist natürlich der Klapptisch, der sich an der Wand befestigen lässt. Auch das Klappbett kommt manchmal zum Einsatz, um aus einem Schlafraum einen Wohnraum zu zaubern.

Schiebetüren, schmale Schubladen und auf ihre Funktion angepasste Regale können auch richtig zum Raumsparen beitragen. Schauen Sie mal in einem normalen Wohnhaus: Wie viel Regalplatz wird absolut optimal und effizient benutzt? Genau, all dass können Sie sich sparen!

4. Badezimmer mit Solardusche und Komposttoilette

Beim Thema Badezimmer sind die Vorstellungen sehr unterschiedlich. Für manche soll das Tiny House keinesfalls Komfortverzicht bedeuten, während andere sich auf ein simples, naturnahes Leben umstellen. Praktisch und zudem nachhaltig ist die Komposttoilette. Die Trockentoilette gilt mittlerweile als angesagt und es gibt sie mittlerweile sogar als Fertigteile in schönen Designs.

Auch für das Badezimmerwasser gibt es viele nachhaltige Möglichkeiten. Die Dusche kann mit eigener Solarwärme ausgestattet werden. Eine Solardusche lohnt sich natürlich vor allem dort, wo genug Sonne vorhanden ist. Richtigen Boho-Flair bekommt das Tiny-House-Leben mit einer Außenbadewanne im Garten. Nehmen Sie eine alte Badewanne, bauen Sie eine kleine Feuerstelle unter die Wanne, und heizen Sie die aufgefüllte Wanne mit einem kleinen Feuer vor. Sie sollten nur aufpassen, dass das Wasser nicht zu heiß ist, wenn Sie hineinsteigen!

5. Autarke Stromversorgung

Viele Tiny Houses sind irgendwo in der Natur, hier kann eine autarke Stromversorgung mit eigenem Solarstrom Vorteile bieten. Viele Tiny-House-Bewohner möchten die eigene Stromversorgung auch aus idealistischen Gründen: Weil es sie unabhängig vom System macht und die Umwelt schützt. Die echte Stromautarkie ist allerdings nicht immer so einfach wie es scheint und bei Tiny Houses muss sich die Investition in die Anlage mit Speicher auch erst mal lohnen. In manchen Fällen kann es sogar besser sein, auf eine eigene autarke Stromversorgung zu verzichten und echten Ökostrom zu nehmen, oder sich für die autarke Stromversorgung mit Nachbarn in der Tiny-House-Gemeinschaft zusammenzutun.

6. Natürliche und nachhaltige Materialien

Minihäuser nachhaltig einrichten geht natürlich nur mit nachhaltigen Materialien! In einem Tiny House sind Sie enger als sonst mit den Materialien zusammen. Dies macht es umso wichtiger, dass die Materialien gesundheitlich unbedenklich sind. Wählen Sie für die Einrichtung am besten nachhaltigen Materialien. Natürliche Materialien wie Holz, Bambus, Lehm oder Naturtextilien kommen wunderbar für die Einrichtung des Tiny House zum Einsatz. Achten Sie dabei allerdings auf eine nachhaltige Produktion und möglichst lokale Herkunft. Auch eine ökologische und schadstofffreie Behandlung der Materialien kann für ein gesundes Raumklima ausschlaggebend sein.

7. Der Permakultur-Garten als verlängerter Wohnraum

Das Tiny House ist zu klein? Auf den Garten kommt es an! Wenn Sie wenig Platz drinnen haben, verlegt sich automatisch ein Teil des Lebens nach draußen. Viele Tiny Houses stehen im ländlichen Gebiet. Sie können sich einen schönen Permakultur-Garten anlegen, der den gefühlten Wohnraum noch mal so richtig vergrößert. Überlegen Sie schon bei der Tiny-House-Gestaltung, welche Funktionen auch draußen Platz haben können. Manche entscheiden sich, eine (zusätzliche) Außenküche zu bauen, da ein Großteil des Tiny-House-Lebens draußen stattfindet. Und wer braucht noch große Spielzimmer, wenn die Kinder fast immer draußen spielen und klettern können?

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